Verborgene Bunker

 

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Die vielen Bunker hier an den Stränden des Medoc sind ein nahezu vertrauter Anblick und dazu eine Einladung an Graffiti-Künstler. Der durchschnittliche Strandspaziergänger weiß kaum noch, dass sie ein Teil des Atlantikwalls, der gigantischen Verteidigungslinie waren, die die deutschen Besatzer im zweiten Weltkrieg entlang der europäischen Küste gebaut haben. Diese Betonreihe reicht von Norwegen bis an die spanische Grenze und bestand ursprünglich aus 15.000 großen und kleineren Bunkern.

Die meisten Bunker im Médoc stehen noch in den Dünen oder - in Folge der Erosion - umgekippt am Strand. In einem Land wie Holland ist das ganz anders. An den Stränden ist kein Bunker zu finden. In den Dünen, ein wenig zurückgelegen, gibt es noch welche, aber man muss sie richtig suchen. Einige haben eine neue Bestimmung als Lagerräume, als Fundament für einen neuen Appartementkomplex oder etwa als Disco gefunden. Es gibt sogar Bunker, die zu Wochenendhäusern umgebaut worden sind. Immerhin ist Holland klein, dicht besiedelt und hat keinen Platz für nutzlose Bauwerke. Die meisten Bunker wurden deshalb gesprengt oder – was günstiger war – einfach mit Sand zugedeckt. Manchmal sieht man noch Reste, aber die meisten sind vollständig verschwunden.

Doch die Faszination, die von dieser 3000 Kilometer langen Verteidigungslinie ausgeht, ist immer noch groß. Einige der Bunker in Holland wurden als Museum eingerichtet, ähnlich, wie das hier in Frankreich der Fall ist. Aber die Bunker, die unter dem Sand liegen, werden als verborgene Zeitzeugen weiterhin eine große Anziehungskraft besitzen. Obwohl es streng verboten ist, in den Dünen zu graben, zieht es zu menschleeren Zeiten Dutzende dorthin, um die Bunker zu suchen. Der echte Bunkerfreak ist erst zufrieden, wenn er Bunker findet, die circa 70 Jahre unter dem Sand gelegen haben und unangetastet geblieben sind. Die Aliierten hatten nach der Befreiung alles entfernt, was irgendeinen Wert hatte. Was geblieben ist, ist häufig von geringem Interesse und zeugt, wie z.B. leere Weinflaschen, von viel Langweile der Soldaten. Auf diese Weise kann man, womöglich tief im Dünensand der holländischen Küste versteckt, eine Verbindung zum Médoc finden.

Marius van Deventer (Grayan et l’Hôpital), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg
Foto’s: Remco de Goede - www.bunkerfotos.nl


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