Von der Mutter über die Tochter ins Médoc
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Wie schon viele Weihnachten zuvor begannen wir vor ein paar Tagen mit den Vorbereitungen für das jährliche weihnachtliche Stollen-Backen (schlesischer
Mohnstollen und Marzipan-Stollen). Es war nicht so einfach, die speziellen Zutaten hier im Médoc zu bekommen, z.B. bereits gequetschten Mohn. Aber da
half dann der Mixer und Hefe gibt es ja beim Bäcker. Stollen sind hierzulande unbekannt, aber unsere Freunde versichern uns immer wieder, dass sie
wunderbar schmecken.
Die Rezepte habe ich tatsächlich aus Schlesien mitgebracht. Heute selbst Großmutter, erinnere ich mich noch gern an die gemeinsamen Backstunden mit Mutter
und Großmutter. Die Zutaten und Verarbeitungshinweise sind aufgeschrieben auf inzwischen vergilbten Blättern, mit Kochspuren bedeckt, also ein antiquarische
Stücke, die ich seit Jahrzehnten verwalte. Längst hätte ich die kaum noch lesbaren Rezepte ordentlich aufschreiben können, aber damit ginge ja auch ein Stück
der Erinnerung verloren.
Da es bekanntermaßen im Médoc sehr viele Immigranten aus allen Landesteilen Frankreichs gibt (natürlich auch aus Paris) und dazu, Deutsche, Holländer, Engländer
(...und Schotten!) und andere Nationalitäten, hatten wir die Idee, das Médoc mit solchermaßen vererbten Familiengeheimnissen zu bereichern (ohne Gefahr zu laufen,
dass die Region wie bei fremden Pflanzen und Tieren gefährlich überwuchert wird) und bieten bei Médoc Actif die Möglichkeit der Weitergabe von Rezepturen an die
„fremden“ Töchter.
Falls Sie also
Rezepte kennen, die aus Familientraditionen überliefert sind, können wir diese hier veröffentlichen. Und wenn beim Nachkochen und –backen etwas
nicht ganz klappt (wir bekamen – wie gesagt - nicht immer alle Originalzutaten oder Kochwerkzeuge), dann stellen wir gerne den Kontakt zu den jeweiligen Köchinnen
her. Oder sollten auch an Männer familiäre Rezeptgeheimnisse weitergegeben worden sein? Wie auch immer, die Männer sind auf jeden Fall gerne Versuchskaninchen.
Elke Schwichtenberg (Saint Vivien)