Prof. Dr. Christian Büttner

Studiengruppen



Studiengruppen sind 3-semestrige Lehrangebote im Hauptstudium, die mit einer Klausur (und nach der aktuellen Studienordnung mit einem Kolloquium für die staatliche Anerkennung) enden. Da die Studierenden nach der alten wie der neuen Studienordnung Praktika nachweisen mussten bzw. müssen, konnte und kann in den (festen) Gruppen ein aufeinander abgestimmtes Angebot von Theorie und Praxisreflexion realisiert werden, das nahe an Standards berufsbegleitender Weiterbildung heranreicht. Hans-Georg Trescher, dessen Studiengruppen ich nach seinem plötzlichen Tod zusammen mit Heinz Krebs übernommen habe, hatte die Hoffung, auch die dritte Weitbildungs-Säule, Selbsterfahrung, integrieren zu können, musste aber erkennen, dass dies in Abhängigkeitsverhältnissen Prüfer/Prüfling in einem Fachhochschulastudium nicht vollständig zu realisieren ist (Trescher, H.-G.: "Ungleichheit für alle!" - Aspekte des Gegenstandsbereichs, der Methode und der Lehre psychoanalytischer Heilpädagogik, in: Z. f. Hochschuldidaktik 15, 1991, S. 324-346.

Aus dieser meiner ersten Studiengruppe ist eine Diplomarbeit hervorgegangen, die das Thema pränatale Erfahrungen auf die Reflexion einer Praktikumserfahrung anwendet. Daraus konnten die Diplomandin Jutta Pfeil und ich einen Aufsatz für das Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik machen: Perinatale Aspekte von Verhaltensstörungen am Beispiel eines Kindergartenkindes, in: Datler, W./Finger-Trescher, U./ Büttner, C. (Hg.): Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik, Band 6, Mainz 1994, S. 69-90.

In der darauf folgenden Studiengruppe hatte ich Gelegenheit, sowohl die Theorie als auch die Praxisreflexion zu übernehmen (später wurden diese beiden Teile des Lehrangebotes auf verschiedene Lehrende aufgeteilt). Aus dieser Studiengruppe stammen zwei herausragende Studienleistungen: Eine mit dem Förderpreis der Evangelischen Hochschulgesellschaft bedachte Diplomarbeit von Inga Samwer im pdf-Format (und in Folge einer Diplomarbeit) ein Aufsatz im pdf-Format, der im International Jourrnal of Prenatal and Perinatal Psychology abgedruckt wurde. In letzterem wurden wiederum Elemente pränataler Psychologie zum Verständnis des Verhaltens eines Klienten herangezogen, ein Zugang, der in gewisser Weise außergewöhnlich ist. Ich habe mich damals sehr gefreut, dass es mir gelungen war, die Studierenden auf theoretische Inhalte neugierig zu machen, in im "normalen" Lehrangebot unüblich sind oder sehr selten auftauchen.

Mit Ulrike Leonhardt, EFH-Absolventin und ehemalige Studiengruppenteilnehmerin bei Hans-Georg Trescher habe ich mehrere Durchgänge der Gruppe Setting und Arbeitskontext veranstaltet. Ute Schaich übernahm ihre Position, nachdem sie eine Arbeitsstelkle gefunden hatte, die ihr die Belastungen der Lehrtätigkeit nicht mehr erlaubte. Aus einer dieser Gruppen stammt die Abschlussarbeit von Madeleine Schnücker im pdf-Format, die in der Neuen Praxis veröffentlicht werden konnte.

Im Folgenden gebe ich eine Aufstellung der Studiengruppen wieder, die ich mit Kolleginnen und Kollegen angeboten habe und die einen kleinen Eindruck der Verknüpfung Psychoanalytischer Pädagogik mit thematischen Aspekten sozialer Arbeit geben: