Studiengruppen
Studiengruppen sind 3-semestrige Lehrangebote im Hauptstudium,
die mit einer Klausur (und nach der aktuellen Studienordnung
mit einem Kolloquium für die staatliche Anerkennung) enden. Da die
Studierenden nach der alten wie der neuen Studienordnung Praktika
nachweisen mussten bzw. müssen,
konnte und kann in den (festen) Gruppen ein aufeinander abgestimmtes
Angebot von Theorie und Praxisreflexion realisiert werden, das
nahe an Standards berufsbegleitender Weiterbildung heranreicht.
Hans-Georg Trescher, dessen Studiengruppen ich nach seinem plötzlichen
Tod zusammen mit Heinz Krebs übernommen
habe, hatte die Hoffung, auch die dritte Weitbildungs-Säule, Selbsterfahrung,
integrieren zu können, musste aber erkennen, dass dies in
Abhängigkeitsverhältnissen Prüfer/Prüfling in einem Fachhochschulastudium
nicht vollständig
zu realisieren ist (Trescher, H.-G.: "Ungleichheit für alle!" - Aspekte des Gegenstandsbereichs, der Methode und der Lehre psychoanalytischer
Heilpädagogik, in: Z. f. Hochschuldidaktik 15, 1991, S. 324-346.
Aus dieser meiner ersten Studiengruppe ist eine Diplomarbeit
hervorgegangen, die das Thema pränatale Erfahrungen auf die Reflexion einer
Praktikumserfahrung anwendet. Daraus konnten die Diplomandin
Jutta Pfeil und ich einen Aufsatz für das Jahrbuch für Psychoanalytische
Pädagogik machen: Perinatale Aspekte von Verhaltensstörungen am Beispiel
eines Kindergartenkindes, in: Datler, W./Finger-Trescher, U./
Büttner, C.
(Hg.): Jahrbuch für Psychoanalytische Pädagogik, Band 6, Mainz 1994, S.
69-90.
In der darauf folgenden Studiengruppe hatte ich Gelegenheit,
sowohl die Theorie als auch die Praxisreflexion zu übernehmen
(später
wurden diese beiden Teile des Lehrangebotes auf verschiedene
Lehrende aufgeteilt). Aus dieser Studiengruppe stammen zwei herausragende
Studienleistungen: Eine mit dem Förderpreis der Evangelischen Hochschulgesellschaft
bedachte
Diplomarbeit von Inga Samwer im pdf-Format (und in Folge einer Diplomarbeit)
ein
Aufsatz im pdf-Format, der im
International
Jourrnal of Prenatal and Perinatal Psychology abgedruckt wurde. In
letzterem wurden wiederum Elemente pränataler Psychologie zum Verständnis
des Verhaltens eines Klienten herangezogen, ein Zugang, der
in gewisser Weise außergewöhnlich
ist. Ich habe mich damals sehr gefreut, dass es mir gelungen
war, die Studierenden auf theoretische Inhalte neugierig zu
machen, in im "normalen"
Lehrangebot unüblich sind oder sehr selten auftauchen.
Mit Ulrike Leonhardt, EFH-Absolventin und ehemalige Studiengruppenteilnehmerin bei Hans-Georg Trescher habe ich mehrere
Durchgänge der Gruppe
Setting und Arbeitskontext veranstaltet. Ute Schaich übernahm ihre Position,
nachdem sie eine Arbeitsstelkle gefunden hatte, die ihr die Belastungen der Lehrtätigkeit nicht mehr erlaubte. Aus einer dieser
Gruppen stammt die
Abschlussarbeit von
Madeleine Schnücker im pdf-Format, die in der Neuen Praxis veröffentlicht werden konnte.
Im Folgenden gebe ich eine Aufstellung der Studiengruppen wieder,
die ich mit Kolleginnen und Kollegen angeboten habe und die einen
kleinen Eindruck der Verknüpfung Psychoanalytischer Pädagogik mit
thematischen Aspekten sozialer Arbeit geben:
- - Studiengruppe: Psychoanalytische Pädagogik (mit Annemarie Bauer)
- - Studiengruppe: Fremdheit und Vielfalt (mit Cornelia Mansfeld)
- - Studiengruppe: Setting und Arbeitskontext (mit Ulrike Leonhardt)
- - Studiengruppe: Soziale Arbeit mit Familien (mit Ute Schaich)
- - Studiengruppe: Soziale Arbeit in städischen und ländlichen
Regionen (mit Bernhard Meyer)