Projekt "Demokratie leben lernen"
(Christian Büttner)

Die Friedensfähigkeit von Demokratien wird u.a. auch davon bestimmt, wie im innerdemokratischen Spannungsfeld von individuellem Nutzenkalkül und
Gemeinwohlorientierung im Verlauf der Sozialisation die Fähigkeit an die nachwachsenden Generationen vermittelt wird, Konflikte demokratisch
auszutragen. Zu den dabei relevanten Forschungsfeldern gehören sowohl die Bereiche, in denen grundlegende Fähigkeiten demokratischen Handelns
hergestellt, herausgebildet und gefördert werden können, als auch die Bereiche, in denen demokratisches Probehandeln in alltäglichen Konfliktsituationen
möglich ist. Dies betrifft demokratisch organisierte Formen der Selbstverwaltung in öffentlichen Bildungseinrichtungen sowie Kinder- und
Jugendparlamente und andere Lernmodelle von "Räumen", in denen eigene Konfliktlösungsstrategien entwickelt bzw. ausprobiert werden können.
Ob und wie im einzelnen der Lebensweg von Kindern im Sinne einer Unterstützung bei der Entwicklung demokratischer Verhaltensfähigkeiten
von einer entsprechenden Pädagogik begleitet wird und welche Weiterentwicklungen pädagogischer Handlungsqualitäten notwendig sind, wurde
an Hand von explorativen Einzelstudien herausgefunden werden.
Das HSFK-Projekt "Demokratie leben lernen"
In einer
ersten Teilstudie dienten öffentliche Spielräume als Untersuchungsfeld für demokratische Erfahrungsmöglichkeiten von
Kindern und Jugendlichen.
Gefragt wurde nach den Auswirkungen von Interessengegensätzen zwischen Kindern und Erwachsenen und den angebotenen Möglichkeiten ihres Aushandelns in
der Kommunalpolitik. Hier kamen vor allem qualitative Methoden der Sozialforschung zum Einsatz (Interview und Beobachtung). Die Teilstudie ist
inzwischen abgeschlossen (Veröffentlichung der Ergebnisse siehe Büttner/Meyer 2004).
In einer
zweiten Teilstudie wurden im Rahmen eines Fortbildungsstudien-Settings (Kombination von Fortbildungsmethoden mit Forschungselementen)
mit Pädagoginnen und Pädagogen Antworten darauf gesucht, welche Voraussetzungen und Grenzen in Bildungsinstitutionen maßgeblich darüber entscheiden,
ob und wie Interessenkonflikte zwischen Erwachsenen und Kindern sich entwickeln und lösen lassen.
In einer
dritten Teilstudie wurde empirisch untersucht, welche Erfahrungen Kinder mit Interessengegensätzen in ihrer alltäglichen Lebenswelt machen.
Anhand von teilnehmender Beobachtung, Videografien und narrativen Interviews wurde herausgefunden, welche Situationen mit welchen Kindern und
Erwachsenen entscheidend für Motivation und Engagement in Problemen sind, die für Partizipation und persönliches Engagement eine Rolle spielen.
Weitere Teilprojekte