Prof. Dr. Christian Büttner

Veranstaltung: "Auswirkungen des Terrorismus auf die muslimische Bevölkerung Indiens"



Die indische Regisseurin Suma Josson zeigt aktuell erhobenes Videomaterial über die Situation im Bundesstaat Gujarat (Westindien). Hier ging aus den Anfang Dezember abgehaltenen Wahlen zum Landesparlament ausgerechnet Narendra Modi von der BJP – der programmatisch ‚Hindu-Indischen‘ Volkspartei – als Sieger hervor. Modi und sein faschistisch geprägtes politisches Umfeld hatten Anfang März 2002 in Gujarat eine zentrale Rolle in den systematisch organisierten Pogromen gegen indische Muslime und Muslima gespielt; die nunmehr seit einer Dekade immer häufiger initiierten Attacken gegen Indiens größte religiöse Minderheit (mehr als 100 Mio. Menschen) zeichnen sich durch einen Nationalismus insbesondere der ökonomisch einflußreichen (neuen) Mittelschichten aus, der in seinem Aggressionspotential von europäischen Beobachtern oft unterschätzt wird.

Suma Josson studierte am College St. Teresa in Minnesota (USA) Englische Literaturwissenschaft. Danach kehrte sie nach Indien zurück und arbeitete zunächst als Journalistin, später wechselte sie zu einem Fernsehsender in Bombay. Seither dreht sie Dokumentarfilme zu unterschiedlichen Themen. Überdies ist sie eine bekannte Dichterin und Autorin, die verschiedentlich in indischen bzw. internationalen Zeitschriften publizierte. Sie hat drei Bücher veröffentlicht: „ Poems and Plays“, „A Harvest of Light“ (eine Gedichtsammlung, erschienen bei Orient Longman) und den Roman „Circumferences“ (erschienen bei Penguin). Suma Josson ist am 27.1.2003 Gast im Deutschen Filmmuseum und zeigt dort ihren neuesten Spielfilm SAREE (Der Sari, 2002).

Mit ihrem Videofilm möchte die Filmemacherin einerseits dazu beitragen, dass die erschreckende Bedrohung von ‚Minderheiten‘ in Indien mehr Aufmerksamkeit erhält, dass aber andererseits gerade hier in Europa auch eine differenzierende Sicht angeregt wird, die diese anti-muslimische Politik zu der allgemeinen Weltlage seit dem 11. 9. 2001 in Beziehung setzt. Suma Josson steht daher im Anschluss an die Filmvorführung gerne als Diskussionspartnerin zur Verfügung.

Begrüßung: Karola Gramann
Einführung in die Veranstaltung: Dr. Andreas Hasenclever (HSFK)