Jahrbuch der Kindheit
herausgegeben von Christian Büttner, Donata Elschenbroich und Aurel Ende

Peter Orban gündete Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die Zeitschrift
Kindheit und holte mich in die Redaktion (zusammen mit
Aurel Ende, Herrmann Müller, Ulrike Prokop und Gunter Wegeleben). Die Thematik lag mir insofern, als ich auch schon vor meinem Einstieg in die HSFK
mit Kindern und Kindheit beschäftigt war (Kinderläden und Reformtendenzen im Elementarbereich). Der Verlag ging mit dem fünften Jahrgang in Konkurs.
Das Heft1 konnte nicht mehr erscheinen und musste eingestampft werden...
In Peter Kalb vom Beltz-Verlag fanden Aurel Ende und ich, die wir das Erbe angetreten hatten, einen wohlwollenden Förderer, der zwar die Zeitschrift nicht
mehr weiterführen wollte, aber bereit war, ein Jahrbuch der Kindheit ins Leben zu rufen. Später baten wir Donata Elschenbroich vom Deutschen Jugendinstitut (München)
in die Herausgeberschaft. Zehn Bände konnten wir realisieren, dann war auch mit dem Jahrbuch Schluss.

Band 1
Kinderleben in Geschichte und Gegenwart
Kinder und Krieg: Kriegserlebnisse,
Kriegsfolgen und Kriegsphantasien - Kinder in Institutionen: Hilfen und Hilflosigkeiten von
Erwachsenen - Kinder und Väter der Literatur: Heidi und Jean Paul - Kindheit und Evolution: Die Entdeckung der eigenen
Entwicklungsgeschichte - Geschichte der Kindheit: Die Bedeutung des 18. Jahrhunderts für Familie und Staat - Weitere Themen:
Zwillinge, Kleinkinder unter sich, Kindesmißhandlung und Kinderschutz
Jahrbuch der Kindheit (Band 1), herausgegeben von Christian Büttner und Aurel Ende, Beltz-Verlag, Weinheim 1984, ISBN 3-407-85048-4

Band 2
Kinderleben in Geschichte und Gegenwart
Kinder und Angst: Angstbewältigung
durch Märchen, Angst in der Schule - Kinder und ("neue") Medien: Die erste Generation
des Medienzeitalters wächst heran - Geschichte der Kindheit: Erziehung im Wandel der Jahrhunderte-Eine psychohistorische
Betrachtung, Kindheit im Mittelalter - Jugend und Kultur: Die Krise der Adoleszenz, türkische Jugendliche, Jugendliche schreiben,
Horror- und Gewaltvideos - neue Pubertätsriten?
Jahrbuch der Kindheit (Band 2), herausgegeben von Christian Büttner und Aurel Ende, Beltz-Verlag, Weinheim 1985, ISBN 3-407-85048-4

Band 3
Die Rebellion der Mädchen
Mit Beiträgen von Luise Rinser:
Liebe und Rebellion Mildred Scheel: Szenische Schilderungen aus meiner Kindheit; Dorothee Sölle:
Kindheit Marie Marcks: Mein erster Schultag; Ingeborg Weber-Kellermann: Als ich ein kleines Mädchen war; Eva Madelung: Die Sorge
der Mütter ist die Wut der Mädchen; Astrid Albrecht-Heide: Männliche Helden - weibliche Tränen; Sophie Moraillon/Jean Epstein: Wenn
unsere Kinder sprechen würden... Evelyne Böhm: Tod eines Mitschülers Claudia Burkhardt-Mußmann: Tod durch Ersticken; Gerda Mehl: Auf
der Suche nach dem verlorenen Kind und andere
Jahrbuch der Kindheit (Band 3), herausgegeben von Christian Büttner und Aurel Ende, Beltz-Verlag, Weinheim 1986, ISBN 3-407-34003-6

Band 4
Gefördert und mißhandelt. Kinderleben zwischen 1740 und heute
Die Geschichte der Kindheit
wird in diesem Band als Geschichte von Mißhandlungen gelesen. Neben den historischen Beiträgen zu Kindheiten
im 18./19. Jahrhundert wird das bis heute unverändert aktuelle Thema Inzest von führenden Wissenschaftlern diskutiert. Daß es Kindern
gegenüber nicht immer nur mit Gewalt zugehen muß, belegen die Bemühungen der Psychoanalyse um einen fördernden Dialog im Kindergarten.
Beiträge zur Professionalisierung von Erziehern und zur Unterstützung von Eltern runden das Jahrbuch ab.
Jahrbuch der Kindheit (Band 4), herausgegeben von Christian Büttner und Aurel Ende, Beltz-Verlag, Weinheim 1987, ISBN 3-407-34011-7

Band 5
Und wenn sie nicht gestorben sind...Lebensgeschichten und historische Realität
Lebensgeschichten enthalten
Wahrheiten über die historische Realität in einer Form, in der sie für den Erzähler erträglich sind,
ohne daß sie für den Zuhörer stimmig sein müßten. Ganz ähnliches gilt für Märchen, die als Verdichtungen historisch aktueller und
entwicklungspsychologisch bedeutsamer Themen interpretiert werden können. Gerade für Kinder sind die Verhältnisse, in denen
lebensgeschichtliche Wahrheiten entstehen, so unerträglich, daß solche Veränderungen lebensnotwendig sind. Wer könnte es aushalten,
seine Lebensgeschichte als Folge von Demütigungen, Kränkungen und Verletzungen zu erzählen? Wer wollte sich eine solche Geschichte
überhaupt anhören? Von Spannungen zwischen subjektiven Sichtweisen, Wahrheiten und historischen Realitäten, Kränkungen und Verletzungen
ist in dem 5. Band des Jahrbuches der Kindheit die Rede.
Jahrbuch der Kindheit (Band 5), herausgegeben von Christian Büttner und Aurel Ende, Beltz-Verlag, Weinheim 1988, ISBN 3-407-34022-2

Band 6
Lebensräume für Kinder
Welchen Raum geben Erwachsene
Kindern, was halten sie überhaupt für kindgemäß? Nach mehreren Jahrzehnten sozialwissenschaftlicher
Forschung stellen wir Ende der achtziger Jahre einen Querschnitt vor zu:_· Entwicklungsbedingungen in der allerfrühesten Lebenszeit;
den Phantasien und Gestaltungen kindlicher Lebensräume und ihrer Nutzung durch Kinder; extremen Lebensräumen, in denen Kinder heute
aufwachsen müssen - zum Beispiel in Lateinamerika. Der Blick auf Kindheit heute erweist sich als sehr widersprüchlich: auf der einen
Seite ein Uberfluß an Räumen für "Kindheit", wie Erwachsene sie sich vorstellen, auch wenn Kinder sie oft ganz anders nutzen; auf der
anderen Seite eine Kindheit ganz ohne eigenen Raum, wo Kinder nicht die Erwachsenen sind, die sie zu sein vorgeben müssen.
Jahrbuch der Kindheit (Band 6), herausgegeben von Christian Büttner und Aurel Ende, Beltz-Verlag, Weinheim 1989, ISBN 3-407-34033-8

Band 7
Trennungen. Kindliche Rettungsversuche bei Vernachlässigungen, Scheidungen und Tod
Wie verarbeiten Kinder Trennungen,
Scheidungen, Verletzungen und Vernachlässigungen? Woher kommen ihre Kräfte, auch noch mit den schlimmsten
Lebenserfahrungen fertig zu werden? Der siebte Band des Jahrbuchs der Kindheit stellt Arbeiten vor, die nicht nur das Leid der Kinder
aufzeigen und den Niederschlag ihrer Lebenserfahrungen in Störungen dokumentieren. Er zeigt auch, wo und wie Kinder Kräfte mobilisieren,
ihr Leben anzunehmen und positiv zu wenden.
Jahrbuch der Kindheit (Band 7), herausgegeben von Christian Büttner und Aurel Ende, Beltz-Verlag, Weinheim 1990, ISBN 3-407-34047-8

Band 8
Aller Anfang ist schwer. Die Bedeutung der Geburt für psychische und historische Prozesse
Geburtserfahrungen können grundlegend
für spätere Entwicklungen sein, sowohl bei einzelnen Menschen als auch in historischen Prozessen.
Solche Erfahrungen sind von Natur aus so gravierend, daß sie unbewußt bleiben, sich gleichwohl in vielfältigen Erscheinungsformen
niederschlagen. In diesem Jahrbuch wird klinisches und historisches Material vorgestellt, das die Zusammenhänge zwischen Geburtserlebnissen
und späteren Ereignissen evident werden läßt. Zugleich wird aufgezeigt, welche Voraussetzungen für eine optimale Unterstützung des
Geburtsvorganges geschaffen werden können.
Jahrbuch der Kindheit (Band 8), herausgegeben von Christian Büttner, Donata Elschenbroich und Aurel Ende, Beltz-Verlag, Weinheim 1986, ISBN 3-407-34059-1

Band 9
Kinderkulturen. Neue Freizeit und alte Muster
Es sind weniger Kinder geworden in
Deutschland - aber um so reichlicher scheinen sie ausgestattet mit "Kinderkultur". Auch wenn nach wie
vor die klassischen Erziehungsstätten einen großen Teil ihrer Zeit bestimmen: die "gestaltete Freizeit" ist ein Merkmal des modernen
Kinderlebens geworden. Kultur und Kommerz sind in der "neuen Kinderkultur" nicht leicht zu trennen. Und wo wird aus Anregung "Verpianung"?
Diesen Fragen gehen die Beiträge nach - am Beispiel von Spielzeug, am Beispiel einer neuen Institution Für Kinder wie dem Kindermuseum,
schließlich auch an der Frage, wie Kinderarbeit heute aussieht und was sie Kindern und Jugendlichen bedeutet.
Jahrbuch der Kindheit (Band 9), herausgegeben von Christian Büttner, Donata Elschenbroich und Aurel Ende, Beltz-Verlag, Weinheim 1992, ISBN 3-407-34071-0

Band 10
Kinderbilder - Männerbilder. Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung von Kindern und Jugendlichen
Wie weit haben Männlichkeitsbilder
den Blick auf Kindheit verändert - die Auseinandersetzungen um Herkunft und Sinn von Selbstbildem junger
Machos? Wie unterscheidet sich Kindheit in anderen Ländern und Kulturen von unserer eigenen - Wahrnehmung und Diskurs zu Vorstellungen
von Kindheit? Was ist aus den pädagogischen Reformprojekten, z. B. "Summerhill" oder Bruno Bettelheims Chicagoer "Orthogenic School",
geworden - Einrichtungen, in denen ein anderes Bild von Kindheit vorherrschte als das in z. B. traditionellen Schulen?
Jahrbuch der Kindheit (Band 10), herausgegeben von Christian Büttner, Donata Elschenbroich und Aurel Ende, Beltz-Verlag, Weinheim 1993, ISBN 3-407-34081-8