Was hat Friedensforschung mit Computern in der pädagogischen Arbeit zu tun? Das ist eine etwas längere Geschichte, die sowohl mit dem
Arbeitsumfeld an der HSFK, mit der interdisziplinären Vernetzung als auch einem privaten Aspekt meines Lebens zu tun hat.
Die technologische Entwicklung brachte es mit sich, dass auch die HSFK von elektrischen Schreibmaschinen auf elektronische
Schreibsysteme und schließlich auf PC umstellte. Ich nutzte die Gelegenheit, an einem PC-Einführungskurs teilzunehmen, den die
HSFK für ihre Sekretärinnen anbot. Damit war der Grundstein für mein Interesse an EDV gelegt.
Als ich in den neunziger Jahren während der Zeit von zwei Amtsphasen im Vorstand der HSFK mitarbeitete, konnte ich meine Kollegen davon
überzeugen, dass wir zur Einsparung von Telefonkosten ein Intranet bräuchten und ich konnte die Anfänge der Installation begleiten. Die Kollegen waren damals individuell mit Modems
an das Internet angebunden, was einerseits zu unnötigen Kosten beitrug, andererseits die Telefonleitungen unzumutbar blockierte.
Parallel zur Entwicklung im Bereich hardware hatte ich angeregt, die HSFK auf einer Website zu präsentieren. Ich hatte dazu einen Hiwi von
der Uni Frankfurt engagiert, der sowohl die notwendigen HTML-Kenntnisse hatte als auch Beziehungen zu einem Provider herstellen konnte.
Ich begann mich also auch mit HTML-Programmierung zu beschäftigen und war später in der Lage, die Arbeit des Studenten selbständig
fortzuführen. Aufgrund eines Kooperationsvertrages zwischen der HSFK und der Frankfurter Universität ergab sich die Möglichkeit,
die homepage der HSFK bei der Universität zu hosten (www.hsfk.uni-frankfurt.de). Über die dazu notwendigen Kontakte mit
dem Uni-Rechzentrum lernte
ich Eberhard Nowak kennen, der damals das Projekt Schulen ans Netz betreute und parallel zum UNIX-Cluster der
Universität ein Novell-Netz unterhielt. Ihn konnte ich dazu gewinnen, der HSFK zu sehr günstigen Bedingungen ein erstes rudimentäres
Netzwerk zu installieren (auf DOS-Basis mit fliegender Verkabelung). Ein Zuschuss des Landes Hessen gab uns schließlich die Möglichkeit,
durch Eberhard Nowak ein komplettes Novell-Netzwerk einrichten zu lassen und gleichzeitig einen neuen Provider mit dem Hosten unserer
Website in einer eigenen Domain zu beauftragen (www.hsfk.de, www.prif.org). Hier das erste Erscheinungsbild
der HSFK-Site im Zusammenhang mit einem der typischen damaligen Administrationsprobleme, der Standardisierung: hsfk.de
(im pdf-Format)
Wie in vielen Institutionen gab es auch in der HSFK
das Problem der Schnittstelle zwischen Wissenschaftlern und Administration eines Netzwerkes, so dass ich
vom Vorstand als IT-Beauftragter eine zeitlang die Installation und die erste Zeit der Gewöhnung der Kollegen an die neue Technologie
begleitete. In dieser Zeit habe ich nicht nur viel Technisches gelernt, sondern wurde auch mit den Problemen der Anwendung (user-Betreuung)
vertraut.
Im Zuge des Einkaufs von hardware lernte ich Andreas Pfaff kennen, der sich mit seiner kleinen Firma
bitbyter selbständig gemacht hatte und mir ausgemusterte PCs aus seiner früheren Tätigkeit als Techniker bei der Telekom
kostenlos anbot. Parallel zum Einzug der neuen Technologien hielten in die Schulen, begann meine Tochter Friederike ihre Schullaufbahn.
Dies brachte es mit sich, dass ich ihrer Schule anbot, sie bei der Beschaffung und Installation von hard- und
software zu unterstützen. Auch meine Frau, Elke Schwichtenberg, die u.a. an einer Bad Homburger Grundschule arbeitete, konnte ich
für die "Aufrüstung" mit PCs interessieren, wobei wir uns vorrangig mit den damit verbundenen Fragen der Didaktik beschäftigten. Aus diesen
Diskussionen entstanden unsere beiden Bücher.
Seine Fortsetzung fand für mich die Thematik schließlich durch das Angebot von
Gerold Scholz, Professor am Institut für Didaktik der Elementar- und Primarstufe der Universität Frankfurt, an einem Arbeitskreis
Kind und Computer
teilzunehmen.
In der Fortbildungsstudie Gleichstellung von Mädchen und Jungen und mehr noch in der Studie
Demokratie leben lernen zeigte sich, wie sinnvoll sich die bis dahin angesammelte Expertise anwenden ließ: Der Einsatz von Video war
in diesen beiden Studien zu einem wesentlichen Mittel der Forschungsarbeit geworden, und das war dank der Schnittmöglichkeiten am PC bzw. später
am Mac ein "Kinderspiel". Bei einer der Hospitationen im Rahmen der Studien konnte für die Studienteilnehmer die Integration dieser Technik in die
praktische pädagogische Arbeit eindrucksvoll
sichtbar gemacht werden. Die dortigen Erzieherinnen machten während ihrer Arbeit systematisch Videoaufzeichnungen, die sie den Kolleginnen, vor allem
aber auch den Eltern sofort zeigen und Standbilder ausdrucken konnten. Der Film Growing together des
Pen Green Centers for the under five in Corby/England bietet anschauliche Beispiele dieser Arbeit. Diesen Film
habe ich in zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen eingesetzt.
mit Elke Schwichtenberg:
mit Elke Schwichtenberg: