Deutsch-Französisches Jugendwerk
In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die HSFK
angefragt, ob dort ein Team für ein Projekt zusammengestellt werden könnte,
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Gilles Brougère, Änne Ostermann und
Christian Büttner |
in dem es um die Bilder von Kindheit bei französischen und deutschen Pädagoginnen
und Pädagogen gehen sollte (
Le statut et les représentations de l'enfant).
Auf französischer Seite nahmen Gilles Brougère von der Universität Paris
, der das Projekt ins Leben gerufen hatte, und Claude Chrétiennot vom INRP
(Paris) teil, für die HSFK war Änne Ostermann angesprochen worden, die mich
zusammen mit Günter Kleinkauf (Fachhochschule Frankfurt) in das Team holte.
Es gab noch ein kleines italienisches Team, das aber ebenso
wie Günter Kleinkauf
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Claude Chrétiennot und Pat Clayton in einer
école maternelle in Paris |
kurz nach dem Start seine Teilnahme
beendete. Schließlich gab es von Anfang an eine englische Beteiligung
, Pat Clayton vom Urban Learning Center (London), die bis zur
Beendigung dabei blieb.
Ziel
war, mit deutschen und französischen (später auch englischen) Teilnehmerinnen
und Teilnehmern Workshops zum Thema durchzuführen und die Diskussionsergebnisse
an praktischen Erfahrungen in den jeweiligen Ländern zu überprüfen.
Die Arbeitstreffen fanden jeweils abwechselnd in Deutschland,
Frankreich und England (in Frankfurt, Paris, Saint Malo, Jena,
London und Brioude) statt und dauerten zwischen 3 und 5 Tagen.
Es nahmen auf der französischen
Seite Lehrer und auf der deutschen überwiegend Erzieherinnen
teil.
Zu Beginn bestand die Hauptschwierigkeit in der Sprachbarriere
(auch meine Französisch-Kenntnisse waren damals noch eher rudimentär), mit
dem Voranschreiten des Projekts ging es aber immer besser. Bei
einem der Treffen führten wir folgendes Arrangement ein: Jemand trägt etwas
in seiner Muttersprache vor, ein Fremder, der gut verstehen kann, übersetzt
in seiner Muttersprache, so dass alle lernen
könne, wie
die Übersetzung "richtig" ist,
dann umgekehrt.
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| In einer école maternelle in St. Malo
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Ein
Teil der Treffen war den Hospitationen in pädagogischen Einrichtungen gewidmet.
Das waren die interessantesten Momente des Projektes. Besonders
spannend war die Hospitation in einer Vorschuleinrichtung in
der Nähe von
Jena, und zwar kurz nach der Wende. Die Erzieherinnen waren noch
unsicher, welche Pädagogik
nun gelten sollte und hatten in ihrem "Übereifer"
einen kleinen Altar in einer Ecke errichtet, vor dem sie täglich mit
den Kindern beteten. Die französischen Gäste fühlten sich in dem noch stark
von der DDR-Erziehung geprägten
pädagogischen Milieu durchaus wohl, was uns "Westdeutsche" ziemlich befremdete.
Es brauchte viele Diskussionen, um diese Verwerfungen zu aufzuklären...
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| Hospitation in London
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Aus
diesem Projekt sind mehrere Texte hervorgegangen, u.a.:
-
mit Gilles Brougère: Das Wohl des Kindes ist
das Wohl seiner Erzieher, in: Kinderzeit 3/1993,
S. 26-29
-
mit Claude Chrétiennot und Pat Clayton:
Zur
Autonomieentwicklung von Kindern in vorschulischen Erziehungskonzepten
(pdf-Datei)
Aus den Kontakten zu den französischen und englischen Partnerinnen wurden
dauerhafte Arbeitsbeziehungen. So hab ich mit Claude Chrétiennot in den Fortbildungsstudien
Haus Europa: Interkulturelles Lernen und
Gleichstellung
von Mädchen und Jungen mehrere Hospitationen in Pariser Écoles
Maternelles durchführen können, während Pat Clayton bei der Europatagung
im Projekt
Demokratie
leben lernen als Referentin teilgenommen hat und uns bei zahlreichen Übersetzungen
ins Englische half.