Beim deutsch-französischen Picknick

 

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Obwohl ich nur ein paar Worte Deutsch kenne („Guten Tag" und „Auf Wiedersehen“) hatte ich Lust, am deutsch-französischen Picknick teilzunehmen. Ich mag die im Médoc schon seit langem präsente deutsche Kultur, sie ist mir von Kindheit an sehr vertraut. Meine Eltern hatten nämlich in Soulac am Flughafen neben dem Fallschirmspringerclub ein Restaurant, in dem oft deutsche Familien zum Essen kamen, Familien, die mit ihren Kindern im Flugzeug anreisten oder andere Gruppenreisende. Ich war damals 13 Jahre alt und erinnere mich sogar noch an die Geschenke, die ich erhielt und die wohl heute noch bei meinen Eltern aufbewahrt sind. Es herrschte immer eine super Feststimmung, manche brachten Instrumente mit und erinnere ich mich besonders gut an einen Abend mit einem ganz außergewöhnlichen Cellisten.

Heute – ein paar Jahre später – nehmen wir an einem deutsch-französischen Picknick - am Leuchtturm von Richard organisiert - teil. "Organisiert..." - das meint nicht dasselbe in Deutschland und Frankreich. Das Datum steht schon Wochen vorher fest, die Organisation ist Spitze, die Anmeldungen liegen vor, als wir ankommen, ist alles bereit, ein spezieller Parkplatz ist ausgwiesen, Elke und Christian empfangen uns mit nummerierten Namensschildern, an alles ist gedacht, die Verstärkeranlage für das Mikrofon vorhanden...Man erkennt gut die deutsche Kultur mit ihrem Sinn für die Organisationsdetails wieder ! Das gefällt mir sehr gut, obwohl ich zu der französischen Kultur gehöre, die nicht so stringent organisiert ist, wo man immer erst in der letzten Minute oder zu spät ankommt!

Guy Lego, Vereinsvorsitzender (Phare de Richard) begrüßt die Gäste auf französisch und deutsch, dann übernehmen Karin und Christian das Mikrofon, um den weiteren Ablauf des Picknicks zu erläutern. So sind z.B. die grünen Namensschilder für die Franzosen, die weißen für die Deutschen - alle schreiben ihre Vornamen darauf - dazu gedacht, dass sich alle gut mischen, miteinander ins Gespräch kommen und sich kennen lernen können.

Wir holen uns etwas zu essen vom Büfett, wenden uns den Tischen zu und kommen neben Anja und Jörg zu sitzen, die seit ein paar Jahren in Saint Vivien leben. An unserem Tisch sitzen auch Heike und Frank, sie sind aus dem Nachbar-Département, der Charente, von der anderen Seite der Gironde gekommen. Das Wetter ist herrlich, die Besichtigung des Leuchtturms und des carrelets schließt sich an, und schließlich, spät am Nachmittag, trennen wir uns mit dem Versprechen, uns bald wieder zu sehen.

Isabelle Gouineau (Gaillan), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg

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