Prof. Dr. Christian Büttner

Kuratorium Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen



Ein Gutachten zu Horror- und Gewaltvideos, das ich Anfang der neunziger Jahre in einem Bundesrats-Ausschuss für das Land Hessen vortrug, machte Joachim von Gottberg auf mich aufmerksam. Er lud mich ein, in der neu zu gründenden Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen als Kuratoriumsmitglied mitzuwirken. Ich hatte mich bis dahin aus der Perspektive der Faszination von Kindern und Jugendlichen mit dem Verhältnis von Gewaltphantasien und Lebensrealität (z.B. Die Angst der Kinder vor ihren Beschützern) und mit Horror- und Gewaltvideos beschäftigt. Es stellte für mich also eine besondere Herausforderung dar, mich ganz praktisch mit der Perspektive der Eltern- und Pädagogenposition auseinander zu setzen.

Das Kuratorium war aus Wissenschaftlern und Jugendschutzbeauftragten der privaten Fernsehsender zusammengesetzt und diskutierte zunächst Kriterien der Filmbewertung. Später kamen Auseinandersetzungen mit der politischen Lage des Jugendmedienschutzes in Deutschland hinzu, die FSF musst öffentlich ihre Unabhängigkeit in der Begutachtung von Fernsehprogrammen mit möglicherweise jugendgefährdenden Inhalten unter Beweis stellen. Letztlich gelang es mit vereinten Kräften und unter der angenehmen Leitung von Andrea Urban, die Anerkennung der FSF als Prüforganisation gesetzlich zu verankern.

Mit Cor Crans/NFK
Joachim von Gottberg hatte mit der FSF nicht nur eine erfolgreiche Prüforganisation ins Leben gerufen, sondern sich auch sehr aktiv um die Etablierung einer anspruchsvollen Fachzeitschrift (tv-diskurs) und die Kooperation mit Prüforganisationen in Europa gekümmert. Diese Aktivitäten gaben mir Gelegenheit, sowohl publizistisch tätig zu werden als auch mich in dem europapolitischen Bezug des Themas Jugendmedienschutz zu engagieren (u.a. in dem Wissenschaftlichen Arbeitskreis Europäischer Jugendmedienschutz). Zu ersterem habe ich weiter unten die für den tv-diskurs verfassten Arbeiten zusammengestellt. Zu zweitem haben Joachim von Gottberg und ich mit deutschen und europäischen Kollegen zahlreiche Veranstaltungen organisiert und konnte meine Position bei fremden Veranstaltern als Gast vertreten, so z.B. beim 10-jährigen Jubiläum der Nederlands Filmkeuring. Besonders anregend für meine wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema Medien war die Mitarbeit im Medien-WAL, einer Jury für wissenschaftlich außergewöhnliche Leistungen. Zudem konnte ich als Kuratoriumsmitglied an zahlreichen europäischen Veranstaltungen teilnehmen, so u.a. in Stockholm, Paris und London. Nach 10 Jahren Mitgliedschaft verlies ich das Kuratorium auf eigenen Wunsch .


Meine Beiträge in tv-diskurs (im pdf-Format):

Brauchen Kinder wirklich Monster? Heft 4 2004

Recht und Ordnung im Bewusstsein der neuen Mediengeneration. Eine explorative Studie Heft 25 2003

Kriegsfilme in Demokratien: Make War, not Love Heft 21 2002

Die Sorge um Kinder und Jugendliche in Europa. Konzepte von Kindheit und Jugend im Jugendmedienschutz, Teil 1/ Teil 2 Heft 21/ Heft 22 2002

Filmische Gewalt - Realität Heft 18 2001

Gewaltzensur und Lust an der Gewalt. Heft 14 2000

"I was made in England" Medienjugend im Vereinigten Königreich - eine Zusammenfassung Heft 11 1999

"Bleibt dran, Jungs. Die ganze Welt hört euch zu!" Mit Kriegsnachrichten zum Frieden? Heft 6 1998

La signalétique oder Die französische Herausforderung. Bericht von der Tagung des CSA Medien und Jugendschutz Heft 4 1998

Wie gefährlich ist das Internet? Heft 3 1997