Kuratorium Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen
Ein Gutachten zu Horror- und Gewaltvideos, das ich Anfang der neunziger Jahre in einem Bundesrats-Ausschuss für das Land Hessen vortrug, machte Joachim von Gottberg auf mich aufmerksam.
Er lud mich ein, in der neu zu gründenden Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen als Kuratoriumsmitglied mitzuwirken. Ich hatte mich bis dahin aus der Perspektive der
Faszination von Kindern und Jugendlichen mit dem Verhältnis von Gewaltphantasien und Lebensrealität (z.B.
Die Angst der Kinder vor ihren Beschützern) und mit
Horror-
und Gewaltvideos beschäftigt. Es stellte für mich also
eine besondere Herausforderung dar, mich ganz praktisch mit der Perspektive der Eltern- und Pädagogenposition auseinander zu setzen.
Das Kuratorium war aus Wissenschaftlern und Jugendschutzbeauftragten
der privaten Fernsehsender zusammengesetzt und diskutierte zunächst Kriterien
der Filmbewertung. Später kamen Auseinandersetzungen mit der politischen Lage
des Jugendmedienschutzes in Deutschland hinzu, die FSF musst öffentlich ihre
Unabhängigkeit in
der Begutachtung von Fernsehprogrammen mit möglicherweise jugendgefährdenden
Inhalten unter Beweis stellen. Letztlich gelang es mit vereinten
Kräften und
unter der angenehmen Leitung von Andrea Urban, die
Anerkennung der FSF als Prüforganisation gesetzlich zu verankern.
Joachim von Gottberg hatte mit der FSF nicht nur eine erfolgreiche Prüforganisation
ins Leben gerufen, sondern sich auch sehr aktiv um die Etablierung einer anspruchsvollen
Fachzeitschrift (tv-diskurs) und die Kooperation mit Prüforganisationen in
Europa gekümmert. Diese Aktivitäten gaben mir Gelegenheit, sowohl
publizistisch tätig zu werden als auch mich in dem europapolitischen Bezug
des Themas Jugendmedienschutz zu engagieren (u.a. in dem
Wissenschaftlichen Arbeitskreis Europäischer Jugendmedienschutz).
Zu ersterem habe ich weiter unten die für
den tv-diskurs verfassten Arbeiten zusammengestellt. Zu zweitem haben
Joachim von Gottberg und ich mit deutschen und europäischen Kollegen zahlreiche
Veranstaltungen organisiert und
konnte meine Position bei fremden Veranstaltern als Gast vertreten, so z.B.
beim 10-jährigen Jubiläum
der
Nederlands Filmkeuring. Besonders anregend für meine wissenschaftliche
Beschäftigung mit dem Thema
Medien war die Mitarbeit
im
Medien-WAL, einer Jury für wissenschaftlich außergewöhnliche
Leistungen. Zudem konnte ich als Kuratoriumsmitglied an zahlreichen europäischen
Veranstaltungen teilnehmen, so u.a. in Stockholm, Paris und London.
Nach 10 Jahren Mitgliedschaft verlies ich das Kuratorium auf eigenen Wunsch
.
Meine Beiträge in tv-diskurs (im pdf-Format):
Brauchen Kinder wirklich Monster?
Heft 4 2004
Recht und Ordnung im Bewusstsein der neuen
Mediengeneration. Eine explorative Studie
Heft 25 2003
Kriegsfilme in Demokratien: Make War, not
Love Heft 21 2002
Die Sorge um Kinder und Jugendliche in Europa. Konzepte von Kindheit und Jugend im Jugendmedienschutz, Teil 1/ Teil 2
Heft 21/ Heft 22 2002
Filmische Gewalt - Realität Heft 18 2001
Gewaltzensur und Lust an der Gewalt.
Heft 14 2000
"I was made in England"
Medienjugend im Vereinigten Königreich - eine Zusammenfassung
Heft 11 1999
"Bleibt dran, Jungs. Die ganze Welt hört euch zu!"
Mit Kriegsnachrichten zum Frieden?
Heft 6 1998
La signalétique oder Die französische Herausforderung. Bericht von der Tagung des CSA Medien und Jugendschutz
Heft 4 1998
Wie gefährlich ist das Internet?
Heft 3 1997