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Vorführung eines Raku-Brandes

Karte von Saint-Germain-d’Esteuil

Am Freitag, dem 29. Juli, konnten wir im Rahmen der Aktivitäten des Vereins Médoc culturel in Saint-Germain-d’Esteuil eine äußerst interessante Vorführung erleben: den Brand von Keramik nach der Raku-Technik. Diese vermutlich aus Korea stammende Glasurtechnik entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert in Japan und erhielt dort eine starke symbolische Bedeutung. Vor der Teezeremonie wurden die benötigten Schalen hergestellt und anschließend Eigentum der in den Kampf ziehenden Samurai. Es musste schnell gehen – dadurch war die Keramik starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, die sie eigentlich hätten zerbrechen lassen können.

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Inzwischen wurde die Herstellung glasierter Keramik an diese Bedingungen angepasst. Ein Raku-Brand erfolgt zehn- bis zwanzigmal schneller als ein herkömmlicher Brand. Das Verfahren interessierte Künstler auf der ganzen Welt, zumal unterschiedliche Varianten spektakuläre Wirkungen ermöglichen und der Fantasie freien Lauf lassen. Die Stücke bestehen zunächst aus schamottiertem Steinzeug, einem trockeneren Ton, der den bevorstehenden starken Temperaturunterschieden besser standhält.

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Wir erlebten den Raku-Brand von Stücken, die zuvor von der Künstlerin Anne Malécot-Boutin aus dem Atelier Chanteterre in Castelnau-de-Médoc gefertigt worden waren. Ein tragbarer Gasofen erreicht in ungefähr einer Stunde eine Temperatur von 950 Grad. Anschließend werden die Stücke herausgenommen, der Umgebungstemperatur ausgesetzt und sofort in verdichtetes Sägemehl gelegt. Es entzündet sich und wird gleich wieder erstickt, damit die Verbrennung und damit die Sauerstoffzufuhr an der geschmolzenen Glasur begrenzt bleibt. Durch dieses Räuchern entsteht eine Redoxreaktion, die mehr oder weniger metallische Farben hervorbringt. Der Rauch wirkt vor allem auf die Risse der Glasur und auf die Stellen, an denen der Ton roh geblieben ist. Nach ausreichender Abkühlung werden Ruß und Aschereste von den Stücken entfernt.