Bewohnerinnen und Bewohner erzählen, wie sich das alltägliche Leben im Médoc anfühlt. Tischkultur und
Strandpicknicks, Familie und Nachbarschaft, Gärten, Tiere, Jahreszeiten und Wetter verbinden sich mit
persönlichen Erinnerungen und der Frage, warum diese Region für sie zu einem Zuhause geworden ist.
Lebenskunst
In Pauillac

Heute morgen beim Spaziergang waren wieder so tolle Wolkenkonstellationen am Himmel, dass ich sie
natürlich unbedingt fotografieren musste. Auch sonst war der Spaziergang schön, die Hunde waren kaum
nervig, und mir ist wieder mal bewusst geworden, in was für einer tollen Gegend wir das Glück haben, zu
leben. Nachmittags hatte meine Tochter Nina einen Termin im ca. 8 Km entfernten Pauillac, wohin ich sie
gefahren habe...
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Es lebe die französische Tischkultur!

Dass die Franzosen etwas von gutem Essen verstehen ist ja nichts Neues. Deshalb hat die UNESCO die
französische Küche auf die Liste der nicht materiellen Kulturgüter gesetzt. Damit wurde im Jahr 2006 zum
ersten Mal eine Landesküche in das Weltkulturerbe aufgenommen. Die Begründung der UNESCO-Experten war,
dass „die wichtigsten Momente im Leben zu feiern“ eine gebräuchliche Art in Frankreich sind. Dazu gehören
einschließlich dieser Riten auch die Präsentation von Gläsern und Besteck - also Tischkultur vom
Allerfeinsten...
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L'art de vivre en Médoc - dafür setze ich mich ein!

L’art de vivre* en Médoc - auch wenn man kein besonderer Fan von Bruderschaften ist, diesem Motto kann man
sich nicht entziehen. Und so war es für mich selbstverständlich, 2011 die Einladung zur Inthronisation
(feierliche Aufnahme in die Bruderschaft) gemeinsam mit Gérald Tron und der damaligen Besitzerin von
Chateau Loudenne, Marie-Claude Lafragette anzunehmen. Allerdings hat es ein paar Jahre gedauert, bis wir
zum ersten Mal die Einladung zu einem Chapitre angenommen haben, dem Chapitre 22 im März 2015...
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Lebenskunst

Seit fast zwei Jahren leben wir nun im Médoc und fühlen uns hier wohl. Wir haben gefunden, was wir gesucht
haben: Ruhe, Gelassenheit, Savoir vivre. Eine Natur, in der man viel unternehmen kann. Das Meer, laufen an
den herrlichen Stränden, aber auch im Wald und an der Gironde. Das Wetter ist meistens schön. Morgens
regnet es mal kurz, aber wir wissen, dass die Sonne bald wieder da ist (mit wenigen Ausnahmen). Die Angst,
dass nach zwei Sonnentagen für die nächsten Wochen wieder der ewig graue Himmel so wie in Deutschland
kommt, ist (fast) verschwunden...
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Les chicoufs

Wer sich glücklich schätzt, im Médoc, nahe am Meer, ein Haus zu besitzen, das zudem Platz für mehr als
seine ständigen Bewohner hat, der hat damit ein attraktives Ferienziel für Freunde und Kinder und
Enkelkinder. Und wenn es dann Sommer wird, füllen sich die Häuser mit diesen lieben Menschen (was man
übrigens bei französischen Familien sehr häufig auch an Wochenenden - und ganzjährig - beobachten kann).
War es vorher ruhig und beschaulich, so sind jetzt z. B. vom Nachbargrundstück fröhliche Kinderstimmen und
das Planschen aus dem Gartenschwimmbecken zu hören...
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Pflanzen und Tiere im Garten
Rettet die Hühner!

Seit einigen Monaten gibt es im Médoc eine neue Tierschutz-Organisation, deren Mitglieder gerade dabei
sind, einen alten Hof in Saint-Sauveur zu renovieren, um dort anschließend Tiere aufnehmen zu können. Sie
vermitteln jetzt schon Hunde und Katzen – ich folge ihnen auf Facebook...
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Der Schwarze mit den Baggerschaufeln

Er treibt sein Unwesen unter der Erde und an den schönsten Rasenflächen. Er ist der erklärte Feind aller
Gartenbesitzer, die Wert auf ein sattes und gleichbleibend glattes und schönes Rasenstück legen. So auch
meiner. Gutes Zureden und Appelle an sein Ehrgefühl, seine Grabeslust doch abseits des eigenen Rasens beim
Nachbarn oder auf Ackerflächen zu stillen, blieben ungehört. Nachdem nun unser Grundstück nach seinem
unwillkommenen Besuch vergleichbar war mit einem Schlachtfeld nach intensivem Artilleriebeschuss, blies
ich zum Gegenangriff...
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Der Garten - winterfest

Der Garten ist winterfertig. Ein paar Mangold sieht man hier noch, außerdem stehen noch einige Kohlsorten
da, Salat, Sellerie und ein paar andere Sachen. Die wuchernde Kirschlorbeerhecke an der Straße ist
geschnitten. Sie war mittlerweile so hoch, dass Leo nur mit einer Leiter oben drankam...
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Das Médoc im Herbst (2014)

Heute morgen 11 Uhr, 18 Grad und schönster Sonnenschein. Die Weinernte ist schon seit ein paar Wochen
vorbei, das Weinlaub verfärbt sich so langsam. Ganz selten gab es auch schon mal morgendlichen Nebel, der
sich dann zum Mittag hin verflüchtigt und der Sonne Platz gemacht hat. Diesen Herbst können wir wirklich
nicht über das Wetter klagen, es ist einfach nur schön bisher. In den letzten paar Wochen gab es Unmengen
von Esskastanien zu sammeln...
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Hühner, Hühnchen und Hühnerstall im Médoc

Kennen Sie Nackthalshühner? Hochbeinig, oft aufgescheucht und stets hysterisch laufen sie überall umher.
Sie sind mager, haben einen langen, roten und federlosen Hals; das übrige Gefieder ist feuerfarben bis
bräunlich. Zum Kuscheln laden sie nicht gerade ein...
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Stürme und Leidenschaften
Orage!

Ganz Frankreich macht Ferien. Ganz Frankreich? Ein kleines Dorf im Médoc kommt nicht zur Ruhe. Das
Unwetter mitten in der Nacht war apokalyptisch. Es blitzte ununterbrochen und das kontinuierliche Grollen
ging immer wieder in lauten Explosionsknall über. Innerhalb von zwei Stunden fielen 60 Millimeter Regen.
Der Sturm fällte Bäume und Schornsteine, kappte Strom- und Telefonleitungen. Auch das Handy funktionierte
nicht mehr. Ein Gang zur Mairie am nächsten Morgen soll Klarheit verschaffen...
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Picknick am Strand

Zugegeben – dieser August 2014 war nicht das Gelbe vom Ei und es hatte in der Tat schon schönere Monate
gegeben. Dafür wurden wir im September und Oktober mit Sonnenschein mehr als entschädigt. Da das Leben zu
kurz ist, um solch sonnige Tage im September ohne ein kleines Event verstreichen zu lassen, hatten wir
eine Idee: Lasst uns unten am Strand ein tolles Picknick machen. Spontan haben wir einen Transporter
vollgepackt mit Tischen und Stühlen, Geschirr und Tischdecken, Gläsern und allem, was ein gutes Picknick
braucht...
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Merci Médoc

Wir, Grit und Wil Sensen, wollen uns mit diesem „Buch“ für viele, viele Anregungen bedanken, die wir ohne
das Leben hier im Médoc nicht gehabt hätten, Anregungen mit dem Skizzenbuch vor Ort, Anregungen vor der
Staffelei, Anregungen hinter der Kamera, Anregungen in der Küche. Zu den vielen Sammlungen, die sich in
unserem Haus befinden, gehört eine umfangreiche Sammlung von Kochbüchern...
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Miteinander geht es besser

„Spielen Sie ein Instrument?“ fragte uns 2011 der Wirt des Restaurants UNION in Naujac, als wir bei ihm zu
Abend aßen, „dann nehmen Sie am 21. Juni hier am Tag der Musik (fête de la musique) teil. Jeder darf
musizieren.“ Auf diese Weise kamen wir zu unserem ersten Auftritt mit unseren beiden steirischen
Harmonikas mitten im Medoc. Es machte uns viel Spaß, unsere in Naujac eher ungewohnte Musik zu
präsentieren, und es fanden sich sogar einige Paare, die dazu tanzten...
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Leben im Médoc

Sieben kleine Kaninchen krabbeln unter unseren aufmerksamen Blicken aus ihrem Stroh- und Haarnest, letztes
Jahr liefen acht kuschelige gelbe Enten hinter ihrer Mutter her und hüpften in jeden kleinen Wassernapf.
Sieben Hühner (jeden Tag sechs große Eier) begrüßen uns gackernd jeden Morgen, schließlich eine ganze
Reihe erwachsener Kaninchen, unter ihnen Papa, der alte Rammler, der gerne zwischen den Ohren gekrault
wird. Dieser ganze Hinterhof steht uns zur Verfügung, sobald die Nachbarn in ihren Urlaub fahren, zwei
Wochen, schließlich drei...
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Unser Leben im Médoc

Und täglich grüßt nicht das Murmeltier, sondern ein Reh, das sich genüsslich alle Rosen- und Lilienknospen
einverleibt und damit klar macht, dass wir im EURONAT im Wald leben, wo nur Pinien, Ginster und Heidekraut
unbehelligt wachsen. Unsere mühsamen Kultivierungsversuche sind zum Scheitern verurteilt. Einzig die
Mimose scheint sich sehr wohl zu fühlen, denn trotz Sandboden, Seewind und sommerlicher Hitzeperioden
erobert sie spielend große Flächen. Sie wuchert uns zu und wird damit lästig, und so muss man sie ständig
in die Schranken weisen...
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