Der Schwarze mit den Baggerschaufeln

 

carte

Maulwurf

Er treibt sein Unwesen unter der Erde und an den schönsten Rasenflächen. Er ist der erklärte Feind aller Gartenbesitzer, die Wert auf ein sattes und gleichbleibend glattes und schönes Rasenstück legen. So auch meiner.

Gutes Zureden und Appelle an sein Ehrgefühl, seine Grabeslust doch abseits des eigenen Rasens beim Nachbarn oder auf Ackerflächen zu stillen, blieben ungehört.

Nachdem nun unser Grundstück nach seinem unwillkommenen Besuch vergleichbar war mit einem Schlachtfeld nach intensivem Artilleriebeschuss, blies ich zum Gegenangriff. Ultra-Schallwellen sollten es richten, ausgestrahlt von Geräten, die in die Erde gesteckt, den Feind vertreiben sollten. Aber gleich neben dem Sensor - wie aus Trotz - antwortete der „Schwarze“ mit einem erneuten, frischen Hügel. Somit war die erste Schlacht verloren.

Jetzt kam meine Spezialwaffe zum Zuge - Karbid. In die Löcher gestreut und mit Wasser versetzt, entwickelt es Dämpfe, die selbst die härteste Wühlmaus in die Knie zwingen. Jedoch nicht unseren Grabesritter. Dieser hatte sich leider nur für drei Tage verabschiedet. Dann war er wieder da.

Aber wir gaben nicht auf. Die wohl intensivste Waffe nach Auskunft eines Spezialisten sollte „Buttersäure“ sein, einigen noch bekannt aus der Schulzeit als „Stinkbombe“. Der einzige, der nach einer solchen Geruchsattacke in die Flucht geschlagen wurde, das waren wir. Da der „Schwarze“ unter Naturschutz steht und härtere Gangarten wie Fallen ausgeschlossen sind, haben wir uns arrangiert und eine Win-Win-Situation geschaffen.

Wir sagen Danke und tragen jetzt die von ihm geschaffenen Hügel ab und ebnen mit dem Sand unser Grundstück ein.

Klaus Schinofen (Bégadan)

PS: Unser Freund Clemens Thoneick hat seine Sicht zu unserem Partner in einem kleinen Gedicht festgehalten.


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