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Entschieden – ich habe mich zum Pantomimekurs angemeldet!

Karte von Langoiran
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Ein großes Abenteuer für mich. Mit Gymnastikmatte und bequemer Kleidung treffe ich auf mehr als zehn Menschen. Nach zurückhaltenden Begrüßungen beginnt der Kurs. Jean-Bernard bittet uns, einen Kreis zu bilden und uns pantomimisch vorzustellen. Wir gehen auf einen anderen Teilnehmenden zu und schauen ihm in die Augen. Dann machen wir erneut die Runde und ergänzen eine Berührung und unseren Vornamen. Zu angenehmer Musik folgen einige Tai-Chi-Chuan-Bewegungen, die ich ebenfalls zum ersten Mal entdecke. Musik, Stille und die Hinweise oder Anweisungen des Lehrers wechseln einander ab. Gangarten, Masken und Standbilder – Verhaltensweisen, Zustände, Gefühle und Figuren – folgen aufeinander.

Geduldig geht Jean-Bernard von einem zum anderen, erklärt, zeigt und beruhigt uns. Die anfängliche Zurückhaltung unter den Teilnehmenden ist vollständig verschwunden. Nun fühlen wir uns alle miteinander verbunden. Manchmal ist es schwer, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen oder Gefühle im Gesicht auszudrücken, sich in einen Baum oder eine Verliebte zu verwandeln und Angst, Wut, Schüchternheit und andere Empfindungen darzustellen.

Wir verbringen zehn Stunden miteinander und gestalten Szenen. Unser ganzer Körper wird zum Boten und Ausdrucksmittel, die Pantomime zur universellen Sprache. Ich gehe in Zeitlupe, steige eine unsichtbare Leiter hinauf, pflücke eine unsichtbare Blume, ein Schmetterling setzt sich auf meine Schulter. Einzeln oder gemeinsam schreitet unsere Gruppe aus Menschen jeden Alters und unterschiedlicher Herkunft, aus Laien und Profis der darstellenden Kunst, in dieser poetischen und magischen Kunst voran.

Wir denken an den großen Marcel Marceau, dessen Schüler Jean-Bernard Laclotte war, und an seinen Gang gegen den Wind, den er Michael Jackson beibrachte. Für einen Augenblick träumen wir davon, Pierrot, Colombine oder Bip zu sein. Natürlich darf ich auch Étienne Decroux nicht vergessen, durch den ich diese Kunst kennenlernen konnte.

Am Sonntagmittag aßen wir gemeinsam. Um 17 Uhr trennten wir uns nach dem Austausch unserer Eindrücke und einer Entspannungsübung mit dem Gefühl, einen intensiven Moment erlebt zu haben. Der Kurs war so schnell vergangen; in meinem Adressbuch standen nun ein Dutzend Pierrots und Colombines.

Jean-Bernard Laclotte ist glücklich: Die Pantomime behauptet sich und findet neue Anhänger. Ob man weitermacht oder es bei dieser einen Erfahrung belässt – niemand verlässt den Kurs unverändert. Man hat das Unsichtbare berührt, ist durch den Traum gereist und dem eigenen Körper begegnet. Drücken Menschen aus Frankreich, Deutschland, England, China oder anderswo Angst, Leid, Liebe und Freude nicht auf dieselbe Weise aus?