Mit einiger Sorge entschied ich mich, ein Haus in Frankreich zu renovieren – nicht, weil mir die nötigen Baukenntnisse fehlten, sondern weil ich kein Französisch sprach.
Nachdem das Haus mithilfe englischer Notare erworben war, bestand die nächste Hürde darin, die Zustimmung der örtlichen Behörden und natürlich des Bürgermeisters einzuholen.
Man hatte mir erklärt, dass bei einem zu renovierenden Gebäude mit mehr als 175 m² ein Architekt die Pläne zeichnen und bei den zuständigen Stellen einreichen müsse. Da mein Haus 220 m² groß war, wandte ich mich an einen englischsprachigen Architekten aus der Region. Gegen ein Honorar erklärte er sich bereit, meine eigenen Zeichnungen einzureichen. Etwa vier Monate später wurden die Pläne genehmigt.
Ich dachte: „Jetzt beginnen die Sprachprobleme.“ Die Zusammenarbeit mit französischen Handwerkern unterschied sich jedoch kaum von der mit englischen. Vermutlich ist es bei Fachleuten überall auf der Welt ähnlich, sobald gegenseitiger Respekt entstanden ist. Meine Sprachkenntnisse sorgten zwar gelegentlich für Heiterkeit, doch zum Glück gibt es im Bauwesen viele gleiche oder zumindest sehr ähnliche Wörter – Ziegel, Zement, Fliese, Leitung, Toilette und so weiter. Zusammen mit Gesten, Rufen und einer schnellen Skizze auf einem Holzrest halfen sie bei der Verständigung.
Für eine ernsthafte Renovierung sollte man unbedingt ein Konto bei einem Baustoffhändler eröffnen, statt nur die Baumärkte in der Stadt zu nutzen. Deren Kenntnisse über die Verfügbarkeit und Verwendung der Materialien waren für mich von unschätzbarem Wert.
Soweit ich weiß, erhielt ich keine Besuche von der Bauaufsicht. Eine Ausnahme war EDF, deren Vorgaben für die Elektroinstallation sehr streng waren. Entgegen der in England verbreiteten Vorstellung von der Zuverlässigkeit französischer Handwerker erlebte ich die von mir beauftragten Männer als freundlich, fachkundig und ebenso zuverlässig wie ihre englischen Kollegen.
Insgesamt hat mir die ganze Erfahrung sehr viel Freude bereitet.