Horizonte V

 

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Horizons V

Fröstelnder Morgen in den Straßen des Dorfes,
In den Hütten der Fischer erleuchtete Fenster,
Die Frauen eilen zur Arbeit am Meer,
Kapuzenbedeckt dem Strand entgegen.

Der Wind aus dem Norden peitscht die Gesichter,
Kriecht unter die Röcke, lässt die Glieder erschauern,
Einerlei, die Frauen, sie streben dem Hafen zu,
Klauben die Austern, der Familie zum Unterhalt.

Bald wieder zurück in den einfachen Hütten,
Rücken und Finger wund, aber schwatzend und singend,
Die Zeit nicht achtend, sortieren sie Austern,
Kolonien des Meeres, von den Männern geerntet.

Diese Arbeit, mühselig, rastlos und widrig,
Ihre Anstrengung ist Freude, stimmungsvoll das Herz,
Der Sinn bleibt beharrlich in dem, was sie äußern,
Von der Liebe geleitet, die Kleinen zu nähren.

Die Pflicht ist getan, sie genießen den Anblick
Der Körbe, gefüllt mit Austern, das wird sie entlohnen.
Ihr Leben ist von Gezeiten bestimmt,
Einfacher Frohsinn, sie sind zu beneiden.

Gedicht: Nicole Badot (Le Verdon), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg
Bild: Sarah Wiame (Le Verdon)

© Sarah Wiame, éditions CÉPHÉIDES

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