

Es brauchte großen Glauben, um bis zuletzt daran festzuhalten, dass das Jazzfestival am Freitagabend, dem 13. Juli 2012, tatsächlich stattfinden konnte. Ebenso war das ganze Überzeugungstalent der Organisatoren nötig, damit die Musikgruppen am Nachmittag nicht wieder abreisten: Von mittags bis 19 Uhr regnete es ohne Unterbrechung. Mutig richteten die Ehrenamtlichen des Vereins LM Jazz die kleinen Zelte neu ein, die ursprünglich für andere Zwecke aufgebaut worden waren. Die große Bühne war damit umsonst herangeschafft worden. Die Gruppen installierten ihre Technik und machten den Soundcheck. Das eigentliche Wunder geschah gegen 19.30 Uhr: Der Himmel klarte für den Rest des Abends auf, und das Publikum strömte herbei. Mehrere Dutzend Menschen, etwas wärmer angezogen als sonst im Juli, kamen begeistert und entschlossen. Zuerst wurde das Philippe Bayle Trio herzlich begrüßt. Danach wechselte das Publikum zwischen den Zelten zu Zago Véga Sixties, den Gosses de la Rue und schließlich Swing de Poche.
Die gute Stimmung war da. Die Anziehungskraft des Jazz brachte schnell jene Wärme in die Herzen, die in der Luft fehlte. Noch nach Mitternacht erklangen Kraft und Melodie der Instrumente, unterbrochen vom Beifall eines Publikums, das Zugaben verlangte und die Künstler nicht gehen lassen wollte. Der Jazzabend war gerettet. Für das Festival im kommenden Jahr fragen sich die Organisatoren dennoch, ob sich ein solcher Aufwand lohnt, wenn alles weiterhin vom Wetter abhängt.