Kinoerlebnisse im Médoc

 

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l'EDEN

Letztens wollten wir den Film „Les Intouchables“ sehen, eine Freundin hatte ihn im Océanic in Soulac gesehen, wir hatten ihn aber bisher verpasst und er stand in Soulac nicht mehr auf dem Programm. Das Kino Le Molière in Lesparre (ein Kino, das wir ebenfalls frequentieren), war einem Brandanschlag zum Opfer gefallen. Aber im Eden in Pauillac gab es den Film noch.

l'EDEN

Da wir am Spätnachmittag mit einem Chor von La CLE in der Kirche von Vertheuil zum Singen waren, entschieden wir uns also für die Vorstellung im Eden. Die Zwischenzeit verbrachten wir mit einem angenehmen Essen im Salamandre (Pauillac), wo uns die Kellnerin anhand des auf den Tisch gelegten Programms als Kinobesucher identifizierte: „ Sie wollen ins Kino? Dann werden wir schnell servieren!“. Andere Gäste um uns herum hatten wohl die gleichen Absichten.

Als wir dann am Kino ankamen, erwartete uns schon eine sehr lange Schlange vor der Kasse und von allen Seiten strömten Menschen hinzu. Der Kinosaal war gerammelt voll, wir konnten gerade noch zwei Plätze in der ersten Reihe ergattern! Nicht alle Wartenden wurden eingelassen.

Der Film? Ganz lustig, allerdings mit heftigen Klischees, arm gegen reich, schwarz gegen weiß, tanzender Afrikaner gegen unbeweglichen Weißen...usw.usw. Beim Hinausgehen badeten wir in einer Menschenmenge wie wir sie sonst nur vom Médoc Marathon her kennen, ein beeindruckenderes Erlebnis als der Film selbst.

Christian Büttner (Saint Vivien)

Da wir in Saint Estephe wohnen, brauchen wir nur 10 Minuten bis zum Eden. Meine Frau, unsere beiden Kinder und ich waren unter den Letzten, die noch Karten bekamen, die Leute hinter uns wurden auf die nächste Vorstellung vertröstet.
In dem Film hatte eine sehr soziale Thematik, heutzutage gibt es ja hauptsächlich Super-Helden-Filme (James Bond, MI...) oder Computer animierte Filme wie Tintin, Schrek oder Le Petit Nicolas.
Wir haben viel gelacht, denn es war amüsant, diese Menschenmassen nach dem Film auf die Straße kommen zu sehen... Zumindest ungewöhnlich für Pauillac! Dazu muss man allerdings sagen, dass wir sonst nur ins Kino gehen, wenn wir mal in Paris sind.

Georges-Henri Cateland (Saint Estephe), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg