Zwei feste Termine im Kalender des Médoc sind die Blumen- und Pflanzenbörsen im Frühjahr und Herbst. Sie finden im hübschen historischen Ort Vertheuil statt.
An einigen Ständen kann man überzählige Pflanzen tauschen, doch der größte Teil der Veranstaltung ist dem Verkauf ungewöhnlicher Sorten gewidmet. Die Börse findet in der historischen Abtei von Vertheuil statt. Je nachdem, ob es sich um die Frühjahrs- oder Herbstausgabe handelt, können begeisterte Hobbygärtner dort Pflanzen aller Art entdecken und kaufen, darunter zahlreiche seltene und alte Sorten.
Besonders faszinierte uns ein Aussteller mit einer Auswahl aus der Familie der Melonen und Kürbisse, von denen wir die meisten noch nie gesehen hatten. Ein anderer präsentierte ungewöhnliche alte Tomatensorten. Auf dem Gelände der Abtei waren außerdem Spezialgärtnereien mit Stauden, Rosen, Sträuchern und Obstbäumen vertreten.
Die Abtei entwickelte sich etwa im 11. Jahrhundert unter den Zisterziensermönchen. Sie trugen zur Entwicklung des Weinbaus in der Region bei, der sich über rund 230 Hektar erstreckte – einschließlich des „Domaine Lafite“, das heute zur Rothschild-Gruppe gehört.
Wie überall in Frankreich wurden natürlich auch Speisen und Wein angeboten. Obwohl es bereits Herbst war, lagen die Temperaturen noch über dreißig Grad. So genossen wir in aller Ruhe ein Picknick mit regionalen Speisen und Wein. Trotz der Hitze wurden Kastanien geröstet. Ihr angenehmer Duft zog durch die alten Gebäude und vermischte sich mit dem Duft der Blumen zu einer geradezu berauschenden Atmosphäre.
Wir verbrachten eine sehr erholsame Zeit. Obwohl wir nur Hobbygärtner sind und Unkrautjäten verabscheuen, gingen wir schließlich mit ganzen Armvoll ungewöhnlicher, duftender Pflanzen nach Hause – getauscht oder gekauft und bereit für unsere eigenen Blumenbeete.
2011 Judi Humphrey und „T“ Brookman (Saint-Vivien)