Das Château Marojallia

 

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marojallia marojallia
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Am Ortseingang von Margaux befindet sich das Château Marojallia, gegenüber der gleichnamigen Straße. Es ist - außer bei Eingeweihten und Teilnehmern von Seminaren verschiedener Unternehmen - viel weniger bekannt als sein berühmter Nachbar. Ein elegantes, in einem geschlossenen Rechteck errichtetes Bauwerk.

Marojallia scheint der Name zu sein, den Margaux in der Zeit von Ausone führte, einem römischen Philosophen aus Burdigala (Bordeaux). Dieses Schloss ist ein geradezu prachtvolles Bauwerk. Der Eingang an der Vorderseite, eine Doppeltür mit perfekten Torbögen, befindet sich an einer engen Straße.

Die Seite zu den Weinfeldern und zum Garten hin ist als niedrige und langgezogene Konstruktion angelegt, verziert durch ein Türmchen mit einem spitzen, schmal zulaufenden Dach und einem weiteren wuchtigen Turm, alles umgeben von einer Terrasse. Die Weinstöcke schmiegen sich an das Gebäude an.

Marojallia ist wirklich etwas Besonderes im Medoc, man machte darin den ersten vin de garage. Bis 1999 gab es davon nur zwei Weingüter auf der anderen Seite der Garonne, nämlich Saint Emilion und Pomerol. Die vins de garage sind sehr seltene Weine, erlesene Appellationen, hergestellt ohne wirtschaftliche Zwänge und in so kleinen Mengen, dass die Tanks und Barrique-Fässer, in denen sie gelagert werden, in einer Garage Platz haben.

Bis 1999 stellte die Domaine klassische Margaux-Weine her. Der Ausbau eines vin de garage erlaubt es, mit dieser kleinen - mit größtmöglicher Sorgfalt hergestellten Menge - den größten grands crus ebenbürtig zu sein. Der gefürchtete Robert Parker hat Marojallia seit seinem Bestehen mit 94 von 100 Punkten eingestuft, also genauso hoch wie Château Palmer.

Marojallia ist auch ein bezaubernder Ort für Hochzeiten, Seminare etc. … Die Zimmer sind äußerst raffiniert ausgestattet und der Aufenthalt hier ist wahrhaftig wie eine Reise rund um die Welt: eine griechische Eingangshalle, ein englischer Salon, römische, persische, chinesische, japanische, venezianische Zimmer … und eine großzügige „normale“ Sonnenterrasse, wo die Gäste verweilen können, auf Wunsch mit einem äußerst erfrischenden Weißwein.

Simone Casabon (Le Taillan), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg