Médoc actif - nomen est omen

 

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Wie wär’s mit einer randonnée à vélo vom Euronat an die Gironde? Die Strecke ist abwechslungsreich und garantiert bergfrei! Wir starten im Euronat, Richtung Le Gurp, und radeln durch duftenden Kiefernwald bis zum Abzweig La Négade. Hier halten wir uns rechts auf dem Fahrradweg, kreuzen eine Straße und erreichen, den Wald verlassend, eine völlig andere Landschaft: ein ehemaliges marais-Gebiet, durchzogen von kleinen Teichen und Kanälen. Links und rechts des Weges entdeckt man getarnte Vogelbeobachtungsstationen, eine Pferdegruppe – allerdings braun, nicht weiß wie in der Camargue – und viele Wasserpflanzen.

Nach einem kleinen Fotostopp verlassen wir den Fahrradweg und radeln direkt auf den spitzen Kirchturm von Talais zu. Die aus hellem Sandstein in romanischem Stil erbaute Kirche ist leider geschlossen, doch entschädigen uns die üppig blühenden Vorgärten: rosafarbene Oleander, blaue Lavendelbüsche, Malven, Glyzinien u.v.a.m.

Allmählich bekommen wir Durst, so dass wir das Tempo etwas verschärfen und links am Ortsausgang direkt das Sträßchen zum „port de Saint Vivien“ nehmen. Wir erreichen den Hafen, ehemals direkt an der Gironde, jetzt aber 2 km im Landesinneren, nach rund 1 ½ Stunden.

In der Cabanon du pecheur, einem kleinen Ausflugslokal direkt neben dem Hafenbecken, lassen wir uns nieder. Hier dümpeln, jetzt bei Ebbe, die Boote wie gestrandete Wale im Schlickwasser. Doch das tut der Idylle keinen Abbruch: Es ist herrlich ruhig, man hört Vögel zwitschern – und die Speisekarte ist verlockend. Am Nebentisch genießen Franzosen das volle Programm: entrée, plat principal, fromage, dessert. Während wir uns mit einer soupe de poisson und salade au chevre chaud begnügen.

Vor der Weiterfahrt der obligate Gang zum Örtchen... und die schnöde Realität hat uns eingeholt: gekachelt, Bilder an der Wand, aber stockduster, so dass man nur bei offener Tür mit Wachposten... für eine Glühbirne hat es offenbar nicht gereicht! Um zur Gironde zu gelangen, müssen wir ein kleines Stück zurück- und eine schnurgerade Stichstraße entlangfahren. Der Blick geht auf das gegenüberliegende Ufer, die Fahrrinne in der Mitte durch Bojen markiert und die carrelets auf Stelzen. Die Rückfahrt geht über Saint Vivien auf Nebenstraßen bis nach l’Hopital und von dort auf der Radwegpiste zum Euronat. Ein lohnenswerter Halbtagestrip, um in den Genuss einer breit dahin strömenden Gironde zu kommen.

Allez, à vos pédales.

Gisela Buurman (Grayan)