Hourtin - Hafen mit Charme

 

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Eine so schöne Nachsaison wie in diesem Jahr ist bei uns eher eine Ausnahme. Der leichte Nebel, der uns morgens daran erinnert, dass wir uns ja schon im Herbst befinden, macht schnell einem weitgehend sonnigen Wetter Platz und beschert uns dann selbst hochsommerliche Temperaturen. Vorgestern war solch ein Tag, ich entschied mich für einen Ausflug nach Hourtin.

Hourtin liegt weniger als 50 km von meinem Wohnort entfernt, unglaublich, dass ich dort noch nie gewesen bin. Der Hafen liegt an einem sehr großen Gewässer, dem größten natürlichen Süßwassersee Frankreichs (nach dem Genfer See). Am anderen Ende des Sees befindet sich Carcans-Maubuisson, etwas näher zu mir gelegen, wo ich auch öfter hinfahre. Ich steige aus dem Auto und schon bin ich auf der Suche nach Bildmotiven. Ich wusste noch nicht, dass ich kurz davor war, neidisch zu werden! Jemand bringt gerade sein Boot zu Wasser, da spüre ich ein erstes sehnsuchtsvolles Gefühl: „Welch ein schöner Anblick!“

Auf dem stillen Wasser paddelt sehr vorsichtig ein Mann, eine Freizeitbeschäftigung, die seit ein paar Jahren vielfach an unseren Stränden zu sehen ist. Ein rosafarbener Damm erstreckt sich längs des Kanals auf seiner linken Seite. Ich gehe seitwärts den Kanal entlang, auf dem rosafarbenen Deich, denn der Anblick vor mir ist eine wahre Freude. Rechts sehe ich, wie der Strand entlang des Piniensaumes verläuft. Ein Wind hat sich erhoben, kleine Wellen kräuseln den See. Ein Schiff mir gegenüber bewegt sich auf die Einfahrt zu.

Ein Mann, den ich voher nicht gesehen hatte, überrascht mich, als er zu mir sagt: „Hier macht man nach getaner Arbeit eine Bootsfahrt, das entspannt.“ Da werde ich völlig neidisch. Und Ideen stürmen auf mich ein: Wenn ich den Bootsführerschein machen würde? Oder wenn ich ein Boot kaufen würde? Neidisch und verrückt! Mir würde nichts mehr fehlen!

Was aber hat dann das „klick“ in meinem Kopf verursacht? Ich kenne das. Es kommt mir vor wie die Lösung. Hier ist es ein Schild, dem ich bisher keine Aufmerksamkeit geschenkt hatte, aber was ich nun wieder anschaue: Man kann Boote mieten. Sogar ohne Führerschein. Ein tolle Perspektive.

Simone Casabon (Le Taillan), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg