Eine Legende aus dem Médoc

 

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Blanquefort Blanquefort

Blanquefort, etwa 10 km vor den Toren von Bordeaux, ist eine Festung aus dem 11. Jahrhundert. Ihre Besonderheit ist der donjon (Bergfried), der hier erstmalig zu seiner Zeit viereckig errichtet wurde. Heute gibt es davon nur noch Ruinen, die aber jeden Sommer sorgfältig gepflegt werden.

Man erzählt sich, dass dort ein Schatz versteckt sei..., aber es sei auf keinen Fall ratsam, sich danach auf die Suche zu machen, denn dies bringe großes Unglück. Eine Dame bewache ihn eifersüchtig. Das also ist die Dame Blanche (die weiße Frau).

Die Legende erzählt, dass es einstmals eine junge arabische Prinzessin namens Bianca gegeben habe, die sich in einen christlichen Prinzen verliebte. Um sie zu bestrafen, sperrte ihr Vater, dessen Armee gerade von Karl Martell bei Poitier geschlagen worden war, sie in der Festung ein, die seitdem Fort de Blanca hieß und später Blanquefort. Für diejenigen, die glauben, Legenden seien nur für naive Gemüter erfunden worden, hier eine andere Erklärung: Der Name sei von den weißen Steinen abgeleitet, aus denen das Schloss erbaut worden war.

Aber zurück zu Blanca. Sie wurde von ihrem Vater zurückgelassen, der nach Spanien floh, nachdem die arabischen Armeen aufgerieben worden waren. Sie starb dort, aber seitdem geistert sie durch die Gegend bis hin nach Le Taillan, auf der Suche nach ihrer verlorenen Liebe.
So gibt es in Le Taillan ein Château, hinter dessen wunderschönen Fassaden aus dem 18. Jahrhundert sich ein weiteres altes Gebäude mit Wein- und Gewölbekellern aus dem 15. Jahrhundert versteckt. Dieses Schloss trägt den Namen Château de la Dame Blanche.
Es wird oft von Filmteams aufgesucht, beispielsweise im Augenblick von einem Team des Senders France 2. Die weiße Frau wird Wache halten...

Simone Casabon (Le Taillan), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg