Eine lebendige Windmühle

Karte: Vensac
Die Windmühle von Vensac Die Flügel der Windmühle von Vensac Der Mechanismus der Windmühle Die Mühlsteine Blick aus der Windmühle von Vensac Das Dach der Windmühle von Vensac

Diese Turmwindmühle ist eine echte Windmühle aus dem 18. Jahrhundert, die noch immer Mehl herstellt – sogar während der Besichtigung.

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie Stein für Stein zwei Kilometer von ihrem ursprünglichen Standort entfernt wieder aufgebaut. Der Müller nutzte die Gelegenheit, einige modernere Mechanismen einbauen zu lassen: Becherwerk, Förderschnecke, Sieb und anderes. Dank ihres drehbaren Daches und ihrer bespannten Flügel mit einer Spannweite von fünfzehn Metern kann sie jeden Wind nutzen. Das verlangt große Aufmerksamkeit, denn sie könnte zu schnell laufen, ohne dass man sie dann noch anhalten könnte.

Treten wir ein. Als Erstes sehe ich eine Art Holzkasten mit Weizenkörnern. Neben diesem Kornbehälter bringt ein Becherwerk, das in einer Holzsäule nach oben läuft, das Getreide zum oberen Trichter. Wenn dieser leer ist, ertönt ein Glöckchen und die Klappe des Behälters öffnet sich, um die Becher zu füllen. Gegenüber steht eine kleine Holzkonstruktion mit einer Tür in der Mitte: Hier kommt das Mehl an.

Es gibt zwei Möglichkeiten, das Mahlgut aufzufangen: entweder als Vollkornmehl oder über einen Kanal, der es zum Sieb führt.

Eine Treppe mit stark abgenutzten, sehr schmalen und steilen Stufen führt zur ersten Ebene. Dort befinden sich die Mühlsteine. Ihr Abstand wird durch drei Steingewichte neben dem unten stehenden Mehlkasten reguliert. Weiter oben treibt das große Zahnrad, das Herzstück der Anlage, die Mühlsteine und alle weiteren Vorrichtungen an. Auch die Deckenkonstruktion ist beeindruckend. Beim Hinabsteigen werfe ich einen Blick durch eine Luke und sehe einen Ausschnitt des Médoc: Auf dieser Seite gibt es keine Weinreben, sondern Mais unter einem heute Morgen recht unruhigen Himmel.

Ich verlasse den Turm und gehe in das nahe gelegene Häuschen, in dem das Mehl gesiebt und verkauft wird. Begeistert fahre ich nach der Besichtigung dieser Mühle wieder nach Hause. Bisher kannte ich sie nur dem Namen nach, obwohl sie lediglich fünfundsechzig Kilometer von mir entfernt liegt. So ist das eben… Nein, das Dach hat keine Löcher; zu sehen sind nur die Schatten der Blätter des Baumes.

Für ihre Restaurierung und ihren Betrieb wurde die Mühle 1985 im Wettbewerb „Chefs-d’œuvre en péril“ des Fernsehsenders Antenne 2 ausgezeichnet. Eine kleine Spur!