Wenn die „Freunde des Kulturerbes von Saint-Estèphe“ einen Empfang organisieren, darf man gespannt sein, was Gutes dabei herauskommt.
Wie sollte man nicht begeistert sein von einer Wanderung mit Freunden, sorglos mitten durch die Weinberge mit Blick auf die schönsten Châteaux und im Hintergrund die eindrucksvolle Gironde? Ein Zwischenstopp mit außergewöhnlichen Besichtigungen an Orten wie den Châteaux Cos d’Estournel oder Haut-Marbuzet, verbunden mit dem Genuss ihres wertvollen Nektars, serviert, wie es seinem Rang entspricht? Sich an allem sattsehen, um dann durch die Weinberge, die man nun besser als zu Beginn zu kennen glaubt, zum Ausgangspunkt zurückzukehren und dort mit Weggefährten, Freunden und Familie gemeinsam zu speisen?
Und das Fest geht weiter mit den Köstlichkeiten des Aperitifs, liebevoll als Auftakt zu diesem Picknick zubereitet. Welch intensives Vergnügen in so kurzer Zeit: Das Gesicht kommt vor lauter Lächeln nicht zur Ruhe.
An diesem Gesichtsausdruck wird sich nichts ändern, weder beim Café noch beim folgenden Gang zu den Quellen, zu denen man durch den Park des Château Calon-Ségur gelangt. Wir tauchen ein in die Leidenschaft, mit der die genialen Restauratoren von der Entdeckung der herrlichen Fliesen vortragen und davon, dass sie diesem Ort das Leben zurückgeben werden, das er verdient. Wir werden noch einmal darauf zurückkommen!
Über Le Boscq und Beau-Site geht es zurück nach Saint-Estèphe. Hier erwartet uns ein Empfangskomitee: 23 Stimmen in der – wie die Einwohner von Saint-Estèphe behaupten – schönsten Kirche des Médoc. Bei diesem lyrischen, von der Orgel begleiteten Höhenflug unsere Seelen gen Himmel zu schweben, in Verbindung tretend mit dem kleinen Jesus in seiner Samthose... Und sprechen wir davon, was uns darüber hinaus noch vor der Kirche erwartet: Ananasspieße und Weintrauben – das ist göttlich. Unser Lächeln will nicht schwinden. Und siehe da: Es regnet, nach vielen Wochen der Trockenheit! Welch ein Glück!
Nach einem solch intensiven Tag heimzukommen, die Geschmacksnerven noch angeregt, die Augen noch voller Entzücken, die Ohren noch in harmonischen Klängen gebadet, man wird sich lange daran erinnern.
Die „Amis du Patrimoine“, die ihren Namen zu Recht tragen, haben schon von einer Wanderung im Herbst gesprochen. Dann sind die Arbeiten in Pez beendet und eine weitere Quelle steht kurz vor ihrer Renovierung... Um meine Ungeduld zu überbrücken, schaue ich mir in der Zwischenzeit die Fotos an.