Via Saint Emilion

 

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Saint Emilion

Photographie prise par Patrick GIRAUD

Wir hatten Karten für das Freilichtspektakel La Bataille de Castillon und reisten über Saint Emilion an, da es fast auf dem Wege liegt. Wir beschlossen, uns den Ort anzusehen und dort zu Abend zu essen.

Der Ort verdankt seinen Namen einem Mönch namens Emile, der eine Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela unternehmen wollte. Er blieb in einer Kalksteinhöhle am Rande der Dordogne hängen, die er bis zu seinem Tode 17 Jahre später nicht mehr verließ.

Saint Emilion

Wundertätige Dinge haben Gläubige dort erlebt und angeblich wurden Frauen endlich schwanger, nachdem sie auf einem Sitz in der Höhle Platz genommen hatten. Den Pilgern, die sich im Laufe der Zeit einfanden, baute man eine Kapelle über seiner Höhle. Die gotischen Originalmalereien im Chor dieser Kapelle haben die letzten 200 Jahre unversehrt überstanden, weil ein Böttcher (Fassmacher) nach der französischen Revolution die Kapelle als Werkstatt nutzte. Die Wände waren durch seine Schmiedearbeit mit einer dicken Rußkruste bedeckt und wurden erst kürzlich wieder freigelegt (Weltkulturerbe der Unesco).

Gegenüber von Emiles Höhle und der Dreifaltigkeitskapelle liegt eine aus dem Kalkstein gehauene riesige, dreischiffige, unterirdische Kirche mit anschließenden Grabkammern, über der sich wiederum ein weithin sichtbarer Glockenturm erhebt.

Da alles nah beieinander liegt, kann man das malerische Örtchen bequem und schnell zu Fuß durchmessen.

Maria Moeller-Herrmann (Grayan)