Es war einmal … In längst vergangenen Zeiten, vielleicht in der römischen oder der englischen Gironde, stand in der Gemeinde Bégadan eine Mühle, die Tag für Tag tapfer Weizenkörner in schönes, gutes Mehl verwandelte. Das ging viele Jahre so. Doch eines Tages stellte sie ihren Betrieb ein – müde geworden, von der Undankbarkeit der Menschen verlassen oder vielleicht in einem Krieg zerstört – und verfiel nach und nach.

Im Jahr 1825 beschloss man, den Ruinen neues Leben einzuhauchen. Wie der Phönix aus der Asche erhielt die alte Mühle ein zweites Leben: Auf ihren Überresten wurde ein Leuchtturm errichtet. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts leistete er den Seefahrern auf der Gironde wertvolle Dienste. Er stand fünfzehn Meter über dem Wasserspiegel und dreihundert Meter vom Ufer entfernt. Es war der Leuchtturm von By.
Heute ist dieser Leuchtturm zum „Turm von By“ geworden. Er überragt nur noch die Weinberge des gleichnamigen Château und scheint aus einem Meer von hölzernen Rebpfählen emporzuwachsen.
Von meinem Standort aus ist der steinerne Sockel, auf dem er steht und der ihm das Aussehen eines kleinen Cordouan verleiht, nicht zu sehen. Was wird dieses so wechselhafte Schicksal noch für ihn bereithalten?