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Reise nach Japan

 

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Die Vorbereitung meiner Ausstellung "Vor Fukushima" brachte mich auf die Idee, Herrn Bruno Lacoste, den japanischen Konsul in Bordeaux, zur Vernissage einzuladen. Leider war er zu diesem Termin verhindert, empfahl mir aber, Herrn und Frau Shindo vom "Maison du Japon" als Vertreter einzuladen.

Gerade befinden wir uns im Zentrum von Bordeaux, rue de Cheverus. Hier würde man eigentlich ein normales Import-Export-Geschäft vermuten, jedoch handelt es sich – dank der Eigentümer – um eine echte Lernstätte für den traditionellen Alltag Japans. Im Jahr 1995 gründete Herr Shindo, damals noch Restaurantbesitzer, die Vereinigung der Japaner in der Aquitaine. Wenn Sie nicht aus dem Land der aufgehenden Sonne stammen, können Sie in diesem Verein auch nicht Mitglied werden. Er ist eine Art Schnittstelle zwischen dem Konsulat in Bordeaux (bzw. der japanischen Botschaft in Paris) und den japanischen Einwohnern der Region. Bisher wurden wir jedes Mal, wenn wir das Maison du Japon – gegründet im Jahr 2002 – aufsuchten, in einem japanischen Ambiente der Freundlichkeit und des Respektes empfangen. Man spürt, dass es dem Ehepaar Shindo (manchmal war es auch einer ihrer Söhne) am Herzen liegt, das echte Japan zu repräsentieren.

Auch in Japan haben die Mädchen Puppen. Die traditionellen unter ihnen haben ausdrucksvolle Augen, andere sind eher einfach, gestaltet für den Export. Ich hätte nichts von diesen Feinheiten wahrgenommen, wenn Frau und Herr Shindo nicht das Datum und die Region ihrer Herstellung erwähnt hätten. Die Jungen werden nicht vergessen, auch für sie gibt es besondere Figuren, ein junger Krieger, geschmückt mit seinen Insignien, schwingt einen Speer, der nach unten zeigt. Dies ist nicht ein Kampf, der hier gemeint ist, sondern es geht um die Kraft, die für den Kampf benötigt wird. An der Wand Papier auf Leinwand mit einem traditionellen Design: ein Karpfen, der gegen die Strömung über eine Welle springt. Man zeichnet keinen Drachen, erklärt Herr Shindo, aber man ermutigt die Kinder, stark zu werden wie er und dies wird symbolisiert durch die ungestüme Bewegung des Karpfens. Dieses „Kakemono“ schmückt das Haus während des Kinderfestes am 5. Mai. Danach wird es entfernt, ein anderes wird für einige Zeit aufgehängt.

Alle Fragen sind uns zufriedenstellend beantwortet worden, komplett erklärt auch die "Vesper-Boxen" mit prächtigen Farben und Lacken, die Unterteile aus Holz traditionell gefertigt oder aus Kunstharz. Teekannen, ja die Teekannen, ein ganzer Tisch voll. Sie werden diese schweren Gusseisenkannen mit dem Mittelhenkel schätzen lernen, natürlich japanisches Produkt-Design, aber anders als die kleinen Porzellan-Teekannen, wie sie häufig in den Familie verwendet werden.

All dies finden Sie im Maison du Japon. Zauberhaft, und einfach mit der Straßenbahn zu erreichen.

Guy-Maternus Schneider (Saint Laurent), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg

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