

Diese aus Amerika stammende Art wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts wegen ihrer dekorativen Eigenschaften und ihrer großen Widerstandsfähigkeit gegen salzhaltige Gischt in Frankreich eingeführt. Ihr massenhaftes Auftreten an der Gironde-Mündung hängt mit der Austernzucht zusammen. Mit Saatgut aus dem Becken von Arcachon gelangte Baccharis halimifolia hierher und breitete sich stark aus.
Diese Ansiedlung hat erhebliche Folgen für die Umwelt. Der äußerst invasive Strauch besiedelt Feuchtgebiete sehr schnell. Sein dichtes Laub bedeckt den Boden und erstickt andere Pflanzen. Er erreicht rasch eine Höhe von fünf Metern und produziert Tausende löwenzahnähnliche Samen, die durch Wind und Tiere verbreitet werden. Das weiche, schnell wachsende Holz brennt leicht und erhöht die Brandgefahr. Das Verschwinden anderer Pflanzen fördert die Auswaschung der Böden und das Absinken der Ufer. Abgestorbenes Holz kann Termiten einen idealen Brutplatz bieten; außerdem finden Mücken in den bewachsenen Feuchtgebieten günstige Bedingungen. Die Samen können mehrere Jahre ruhen und erst bei passenden Bedingungen keimen.
Die Pflanze lässt sich nur schwer beseitigen. Nach dem Abschneiden treibt sie erneut aus; auch unvollständiges Ausreißen hat denselben Effekt. Deshalb sollte man möglichst schon bei den ersten jungen Trieben eingreifen. Regelmäßiges Mähen vor der Blüte und Beweidung können helfen. Das Zerkleinern der Stämme und ihre Behandlung mit Salzwasser zeigen gute, aber nicht dauerhafte Ergebnisse, weil neue Triebe und Samen der Mutterpflanze verbleiben. Pflanzenschutzmittel dürfen wegen der möglichen Bodenbelastung nur mit großer Vorsicht eingesetzt werden. Die Atlantikküste ist stark betroffen, ebenso die Mittelmeerküste, Seen und Esteys. Auch weit im Landesinneren der Haute-Gironde wurden Pflanzen an schwer zugänglichen Stellen beobachtet.
Seit rund fünfzehn Jahren fertige ich Aufzeichnungen und Fotos an und recherchiere zu diesem Thema. Die invasive Entwicklung nimmt weiter zu und gleicht einer pflanzlichen Pandemie. Wo vor fünfzehn Jahren nur wenige Pflanzen standen, sind heute ganze Hektar bedeckt – und die Lage verschärft sich weiter. Diese Botschaft ist ein Warnruf: Das Problem geht uns alle an.