
Am Rand des Weges zu meinem Haus fiel mir dieses Gänseblümchen auf. Ich fotografierte es Mitte März. Bei genauer Betrachtung zählte ich vier Blütenköpfe; der dicke, flache Stängel, der sie trägt, ist vermutlich aus vier miteinander verwachsenen Stielen entstanden.
Auf dem folgenden Foto ist dieselbe Pflanze von oben zu sehen; die Rundung der Blütenstände ist gut zu erkennen.

Ich zeigte diese Kuriosität einem Nachbarn, der von hier stammt und die örtliche Pflanzenwelt gut kennt. Er war überrascht und teilte meine bis dahin noch unbestimmte Sorge. Inzwischen wurde sie dadurch verstärkt, dass ich in der Umgebung fünf oder sechs weitere Exemplare derselben Art entdeckt habe.
Es gibt mehrere Erklärungen. Die erste und beruhigendste: Es handelt sich um eine harmlose Anomalie, die normalerweise beim Mähen unbemerkt verschwindet. Ein Freund sagte einmal: „Wenn ich ein Gänseblümchen sehe, hole ich den Rasenmäher heraus – von Gänseblümchen lassen wir uns doch nicht ärgern …“
Zweite Möglichkeit: ein gentechnisch verändertes Gänseblümchen, das mit seiner gewohnten Bescheidenheit die große Invasion von Monsanto in unseren Alltag ankündigt.
Und schließlich die letzte, beinahe apokalyptische Deutung: Wie im Mittelalter könnte es ein großes Wunderzeichen sein, das tiefgreifende Veränderungen ankündigt – vielleicht den Beginn eines Zeitalters, in dem wir doppelt so groß und dick wären.
Was meinen Sie? Beruhigen Sie mich.