Kleines Médoc-Lexikon: "la jalle"
Um einige Dinge zu klären (insbesondere für neue Einwohner) und die Orientierung zu erleichtern, hier eine kleine Erklärung, was eine „craste“ ist und worin der Unterschied zu einer „jalle“ besteht:
1. La craste :
Herkunft: gasconisches Wort.
Funktion: kleiner, vom Menschen angelegter Graben zur Entwässerung von Böden, oft am Rand von Feldern oder Wegen.
Größe: meist schmaler und geradliniger.
Nutzung: Ableitung von Wasser, Trockenlegung von Böden, landwirtschaftliches Wassermanagement.
Vorkommen: überall im ländlichen Médoc – in Weinbergen, auf Feldern und in landwirtschaftlich genutzten Gebieten.
Kurz gesagt: Eine craste ist ein künstlich angelegter Entwässerungsgraben.
2. La jalle:
Herkunft: ebenfalls gasconisch.
Funktion: ein natürlicher oder halb-natürlicher Wasserlauf, größer als eine craste.
Größe: breiter, teilweise in kleinem Maßstab schiffbar.
Nutzung: Transport von Süßwasser in die Sümpfe, die esteys (kleine Nebenarme) und weiter in die Gironde-Mündung.
Vorkommen: zum Beispiel die Jalle de Castelnau, die Jalle de Ludon, die Jalle de Blanquefort – sehr verbreitet im Raum Bordeaux und im Médoc.
Eine jalle ist also ein Bach oder kleiner Fluss, meist alt, manchmal ausgebaut, aber natürlichen Ursprungs. Im Médoc hört man auch den Begriff „graou“. Ein graou ist ein kleines Rinnsal, das sich durch Sümpfe oder Wälder schlängelt.
Christiane Dubois (Montalivet)