Nichts gelernt aus dem Sturm Xynthia?

 

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Soulac, ein kleiner Badeort mit 3000 Einwohnern in der Neben- und mehr als 30.000 Menschen in der Hauptsaison, befindet sich in den Vorbereitungen zur Ansiedlung eines Supermarktes (Carrefour) mit ca 4500 m2 Verkaufsfläche sowie 400 Parkplätzen und Tankstelle. Ein eher unspektakuläres Projekt, das sicher das Leben in der Gemeinde befördert, aber eine ganze Reihe von Fragen hinsichtlich des geplanten Standortes aufwirft: die nahgelegenen Sumpfgebiete des Médoc mit ihrem einzigartigen Ökosystem bedrohten Tierarten wie etwa die europäische Schildkröte (Cistude d’Europe).

Marais médocain

Der Verein Curuma, der ein Partner des französischen Naturschutzverbandes Fondation pour la Nature et l'Homme (FNH) ist, warnt seit langem, aber bisher erfolglos, Abgeordnete und Öffentlichkeit über die zu geringe Beachtung der Risiken von Überschwemmungen, mit denen gerechnet werden müsse, ganz abgesehen von den ökologischen und regionalen Folgen. Weit entfernt, sich dem Projekt generell entgegenzustellen, geht es Curuma darum, einen geeigneteren Standort in Soulac zu finden.

Marais médocain

Seit 3 Jahren versucht der Verein Curuma auf die öffentliche Meinung und die Abgeordneten einzuwirken. Trotz verschiedener Briefe, die an das Unternehmen Carrefour und an die Stadtverwaltung geschrieben wurden, bewegt sich bis heute nichts. Eine ins Auge gefasste gemeinsame Aktion, an der das Unternehmen Carrefour und die Stadtverwaltung teilnehmen sollten, wurde außerdem abgesagt.

Curuma möchte mehr denn je eine gemeinsame Studie mit der Stadt Soulac und Carrefour anregen, in der untersucht werden kann, wie das Unternehmen stadtnah seine Rolle als wirtschaftlicher Dienstleister spielen kann, ohne dass der Biodiversität geschadet wird oder dass eine Überschwemmung droht.

Curuma (Le Verdon sur mer), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg

komplette Textversion (französisch)

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