Ein Médocain beim Gurp TT

 

Nicolas Lexcellent beim Gurp TT

Nicolas Lexcellent, der 27-jährige Fahrer aus Talais vom MC des Esteys, schildert am Vorabend des Rennens seine Eindrücke.

JdM: Wie oft haben Sie am Gurp TT teilgenommen?
Nicolas Lexcellent: Dies wird nach der Ausgabe 2009 meine zweite Teilnahme.

JdM: Wie läuft das Rennen ab?
N. L.: Der Start ist extrem schnell: Auf den ersten vier Strandkilometern bis zur Négade fährt man mit Vollgas und muss unbedingt den Stau vermeiden. Danach geht es für elf Kilometer in den Wald, wo Fahrtechnik und Feingefühl den Unterschied machen.

JdM: Ist es ein Vorteil, zu den einheimischen Teilnehmern zu gehören?
N. L.: Da es verboten ist, außerhalb des Renntags auf der Strecke zu fahren, besteht unser einziger Vorteil darin, sie durch die Organisation kennenzulernen, an der die Mitglieder des Moto-Clubs häufig mitwirken. Zu Hause zu fahren ist dennoch ein psychologischer Vorteil, weil man von vielen Bekannten angefeuert wird.

JdM: Spielt neben der Technik die körperliche Verfassung eine entscheidende Rolle?
N. L.: Eine enorme. Das Rennen ist körperlich äußerst anstrengend. Rücken, Arme und Beine werden stark beansprucht. Man muss seine Kräfte einteilen, um drei Stunden durchzuhalten. Die Kondition kann sogar den Ausschlag für den Sieg geben.

JdM: Ist es nicht beeindruckend, unter den besten nationalen und sogar internationalen Fahrern zu sein?
N. L.: Doch, denn wir können viel von ihnen lernen. Natürlich nicht während des Rennens, aber beim Training davor gibt es viele Gespräche. Die Motorradszene ist eine kleine Familie, in der die großen Fahrer sehr zugänglich bleiben.

JdM: Was ist Ihr Ziel in diesem Jahr?
N. L.: Vor meinem Teamkollegen Simon Peyruse ins Ziel zu kommen – wir haben um ein Restaurantessen gewettet! Für uns reine Amateure bleibt der Motorradsport vor allem ein geselliges Freizeitvergnügen.

JdM: Ist das nicht auch ein sehr teurer Sport?
N. L.: Ja, sehr. Bei 155 Euro Lizenzgebühr und 95 Euro Startgeld für ein Rennen wie den Gurp TT sind wir auf private Sponsoren angewiesen. Ich habe das Glück, von der Bäckerei Ferrer in Talais und dem Casino in Soulac unterstützt zu werden.

JdM: Wie würden Sie den Gurp TT beschreiben?
N. L.: Es ist das schönste der fünf Sandrennen der französischen Meisterschaft, weil es als einziges Strand und Wald, technische Schwierigkeiten und landschaftliche Schönheit verbindet. Aber das ist natürlich die Meinung eines Médocain.