Im Médoc, einem Landstrich voller Traditionen, wird entlang der Gironde-Mündung – von Kennern einfach „der Fluss“ genannt – mit dem Carrelet gefischt.
Der Name „Carrelet“ bezeichnet ursprünglich ein viereckiges Senknetz. Im weiteren Sinne ist er auch zum Namen der Fischerhütten geworden, die auf schmalen Pfählen über dem bei Ebbe trockenfallenden Ufer stehen. Ein großes Netz hängt am Ende eines Mastes und wird aus der Hütte mit einer Winde gehoben und gesenkt.
Diese Fischerei folgt den Gezeiten und dem Zufall. Naturfreunde verbringen hier gesellige Stunden mit Familie oder Freunden zwischen Himmel und Wasser. Die Anlagen unterliegen Vorschriften; am linken Ufer der Mündung benötigen sie eine Genehmigung des Grand Port Maritime de Bordeaux.
Seit 2008 ist diese Tradition an der Spitze des Médoc nicht mehr nur den Besitzern privater Carrelets vorbehalten. Der Gemeindeverein am Phare de Richard errichtete nahe dem Leuchtturm einen touristischen Carrelet, der besichtigt und unter bestimmten Bedingungen auch von Neugierigen genutzt werden kann.