Kalt, kalt, kalt – so sieht die Wirklichkeit des Wintersurfens im nördlichen Médoc aus. Doch die Leidenschaft für das Surfen und die Freude daran würden uns sogar auf eisige Tsunamis treiben.
Im Winter kommt es auf Organisation, Zeitplanung und körperliche Verfassung an. Das Material muss vorbereitet werden: das passende Brett für die Wellen, ein fünf oder vier Millimeter dicker Neoprenanzug, Handschuhe, Kapuze und Schuhe. Am Ende sieht man eher wie ein NASA-Astronaut als wie ein Surfer aus.
Bei zehn bis zwölf Grad Wassertemperatur und manchmal weniger als null Grad an Land bleibt die Zeit im Wasser begrenzt. Anderthalb bis zweieinhalb Stunden sind das Maximum. Gezeiten, Wind und die frühe Dunkelheit müssen stets berücksichtigt werden.
Das kalte Wasser raubt trotz Neoprenanzug viel Energie. Zuerst kühlen Hände und Füße aus, dann der ganze Körper. Nach dem Surfen ziehen sich alle so schnell wie möglich um und wärmen die gefrorenen Finger an der Autoheizung. Eine Tortur ist es trotzdem nicht: Keine Qual hinterlässt ein solches Lächeln und Gefühl der Erfüllung.