"Fahrt nicht nach Conques!"

 

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Poitou 1 Poitou 2

"fahrt nicht nach conques" rät uns ein freund. "du bekommst keinen parkplatz, in den engen gässchen und auf den treppchen drängen sich mengen touristen und in die kirche kommst du kaum rein. du wirst an den schönen fenstern vorbeigeschoben und bist nur froh, wieder draussen zu sein."

wir sind doch nach conques gefahren. mitte märz drei tage.
wir hatten hunderte von leeren parkplätzen.
in den engen gässchen lief ausser uns noch eine besucherin.
der schöne, mittelalterliche ort gespenstisch leer.
ausser uns war dann auch keiner in der kirche.
aber es war kein geschäft offen und auch kein restaurant.

Poitou 3

die fenster von pierre soulages waren unser hauptgrund nach conques zu fahren. wir kennen die bilder von soulages mit ihren starken schwarzen balken seit 30-40 jahren und haben sie immer gemocht. der mann, der so viel "schwarz malt" macht nun kirchenfenster. das wollten wir unbedingt sehen. eine broschüre hatte uns schon vorbereitet. schwarz natürlich, aber auch weiss, milchig, grautöne, alles mit einem granulat, verschieden gross, verschieden "farbig" nämlich grau und unterschiedlich transparent. die bleifassungen, schwarz, wie zeichnung. minimalistisch das ganze. phantastisch das ganze.

bei unserem besuch war der himmel grau-graublau. so präsentierten sich die fenster kühl. sehr schön zum warmen stein der mauern. alle ockertöne, und ein wunderbarer dialog mit den graublauen schieferdächern.
das zwanzigste jahrhundert trifft auf das zehnte. durch das genie von pierre soulages eine grossartige einheit. wir sind begeistert.

in unserem wirklich ganz ungewöhnlichen chambre d'hôtes hatte uns der inhaber vorgeschwärmt, wie schön die fenster ihre farbigkeit wechseln bei unterschiedlichem licht, bei unterschiedlichem himmel. bis zu zarten rosa und goldtönen. das mussten wir uns nun leider nur vorstellen. der märzhimmel blieb hartnäckig bei seinem graublau.

Wil Sensen (Dignac)