Die Wettervorhersage für Samstag war durchwachsen. Deshalb ließen wir das Unkraut im Garten stehen und beschlossen, den Markt von Royan zu besuchen. Vom Médoc aus ist die Anreise unkompliziert.
Als Fußgänger nahmen wir am Morgen die Fähre von Le Verdon – drei Euro pro Strecke – und genossen während der etwa zwanzigminütigen Überfahrt die warme Sonne auf dem Außendeck.
Viele Besucher der Region kennen Royan nur als Fährhafen. Nach einem langen Tag am Steuer bleiben müde Reisende meist im Auto sitzen und warten auf die nächste Fähre, die sie rasch weiterbringen soll. Dabei ist Royan ein reizvoller Badeort, der neben seinen schönen Stränden und der Fährverbindung viel zu bieten hat und unbedingt einen Besuch verdient.
Der tägliche Markt – montags geschlossen – findet das ganze Jahr über statt und ist vom Fähranleger bequem zu Fuß erreichbar. Man folgt einfach dem Kai bis zum Jachthafen. Unterwegs locken zahlreiche Cafés und Restaurants. Da der Markt jedoch um 13 Uhr schließt, sollte man sie besser für den Rückweg aufheben. Überqueren Sie die Straße zum angenehmen Place Charles-de-Gaulle und folgen Sie anschließend dem von Bäumen gesäumten Boulevard Aristide-Briand. Am Ende der Straße ist bereits die ungewöhnliche, muschelförmige Betonkuppel der Markthalle zu sehen.
Im runden Gebäude sind die Stände in immer kleineren Kreisen angeordnet. Der äußere Ring ist vor allem den Metzgereien vorbehalten und bietet eine appetitliche Auswahl – vom Limousin-Rind über Kutteln bis zu Anbietern von Foie gras. Im nächsten Ring glänzen die gekühlten Theken mit den Erzeugnissen des Meeres. Dort verbringen wir meist besonders viel Zeit und drehen oft mehr als eine Runde: riesige Steinbutte, übervolle Körbe mit Garnelen, lebende Hummer und verschiedenste Krabben, die versuchen, sich von den Gummibändern um ihre Scheren zu befreien. Welch eine Auswahl! Was soll es zum Abendessen geben?
Folgt man seiner Nase weiter zur Mitte des Gebäudes, vorbei an Kreisen mit frischem Obst und Gemüse, Käse sowie verführerischen Kuchen, Gebäck und Broten in allen Größen und Variationen, wird der Einkaufskorb immer schwerer. Der Frische und Vielfalt der Waren kann man kaum widerstehen.
Zum Abschluss bietet sich ein Kaffee im Café du Marché an. Wer nicht bis zum Abendessen warten möchte, stellt sich ein Picknick zusammen und genießt es am Kai, während er auf die Rückfahrt mit der Fähre wartet.