Menschen am Hafen

Ich stamme nicht aus dem Médoc. Vor fünf Jahren bin ich hierhergekommen. Hier begegnet man wirklichen Persönlichkeiten — starken Menschen von hier oder anderswo, die mit diesem Land am Ende der Welt verbunden sind, wo es noch möglich ist, man selbst zu sein.

Georges
Georges

Georges stammt aus Le Verdon-sur-Mer. Sein Vater war in den 1950er- und 1960er-Jahren Leuchtturmwärter auf Cordouan. Georges ging zur Handelsmarine, zunächst als Matrose und später als Rudergänger auf allen Weltmeeren. Außerdem arbeitete er als Fischer. In den Sommermonaten begegnet man ihm häufig nachmittags bei einem Bier im Austernhafen von Saint-Vivien — mit wachem Blick und stets zu einem Scherz für seine Freunde oder vorbeikommende Touristen aufgelegt.

Christiane (die Pariserin vom Hafen)
Christiane

Christiane trifft man den ganzen Sommer über im Hafen von Saint-Vivien. Seit 25 Jahren kommt sie hierher, sie hat hier ihre Hütte und ihre Freunde. Sie ist eine Institution. Mit dem Herzen am rechten Fleck, stets eine Zigarette im Mund und dem Pariser Akzent hat sie ihren Freunden — darunter häufig Künstler — die Region nähergebracht. Den ganzen Sommer über herrscht ein Kommen und Gehen. Mit Begeisterung organisiert sie gemeinsam mit befreundeten Musikern Konzerte.

Karl Heinz (ein Stück Geschichte)
Karl Heinz

Zum ersten Mal begegnete ich ihm bei der Gedenkfeier am 8. Mai in Grayan, wo er lebt. Als Deutscher war er mit 14 Jahren an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs. Später lebte er in Ost-Berlin, von wo er in den Westen floh; anschließend half er seiner Frau bei der Flucht. Seit Langem lebt er in Grayan-et-l’Hôpital. Mit 80 Jahren ist er eine eindrucksvolle Erscheinung und stets freundlich. Bereitwillig erzählt er von der Geschichte, die er selbst durchlebt hat.


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