Carcassonne im Winter

 

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Heute ist es die junge Aude, die aus der Ferne die Stadt Carcassonne bewundert, ein wenig unwirklich in der Dunkelheit, eingehüllt in tanzende Schneeflocken.

Ist es ihr Vorname, der ihr Interesse für alles geweckt hat, was mit dem Mittelalter verbunden ist, und damit eine brennende Sehnsucht nach Carcassonne? Also auf zum Klettern auf den Wällen, ohne Rücksicht auf den Schnee, der in kleinen weißen, gleich schon wieder verschwindenden Sternen herabfällt.

Sie ist jetzt am Fuße der imposanten Stadtmauer angekommen, bei dem rot gekrönten Narbonne-Tor, dem EIngang der Stadt. Eine hübsche Straße öffnet sich vor ihr und lädt sie ein, weiter zu gehen. Die alten Häuser und bunten Geschäfte entzücken sie.

Eine Abbiegung nach rechts, und das Château Comtal oder zumindest, was von ihm übrig geblieben ist, erhebt sich vor ihr.

Die Straßen sind menschenleer, es stimmt, ein starker Wind fegt hindurch, es ist unbarmherzig kalt und sie ist wie erstarrt. Aber um nichts in der Welt würde sie darauf verzichten, ihren Besuch aufzugeben. Zu viel hatte sie davon geträumt. Die Kälte bringt sie schließlich zur Vernunft: eine gemütliche Boutique nimmt sie auf, Zeit zum Aufwärmen, und wer weiß, vielleicht hört der Wind bald auf!

Simone Casabon (Le Taillan), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg


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