Die Fregatte Hermione


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Im Mai beschlossen wir, einen Geburtstag auf der Ile de Ré zu feiern, schließlich wird man ja nicht jünger! Freunde hatten uns empfohlen, in diesem Zusammenhang auch die Corderie Royale in Rochefort und ebenso die Konstruktion der Replique einer Fregatte aus dem 18. Jhdt., der „Hermione“, zu besichtigen; eine wirklich wunderbare Empfehlung.

Die Stadt Rochefort – 20 Minuten südlich von La Rochelle – erfuhr im 18. Jahrhundert einen enormen Aufschwung, als dort in gesicherter Umgebung begonnen wurde, die französische Kriegsflotte aufzurüsten. Dieser natürliche Hafen, gelegen zwischen der Ile d’Oléron und der Ile de Ré, mit einer einfachen Zugangsmöglichkeit zur Charente, war nicht nur ideal für das ungestörte Bauen von Schiffen, sondern vor allem konnten dort die Schiffe auch repariert, neu bewaffnet und mit all dem ausgestattet werden, was damalige Übersee-Kriegsschiffe brauchten. So entwickelte sich an diesem Ort eine gewaltige Marinewerft.

Hermione Hermione Hermione
Die Fregatte Hermione wird in einem überdachten Trockendock nachgebaut. Man kann die verschiedenen Ebenen von außen besichtigen, zu jedem Deck findet man detaillierte Informationstafeln. Zehn Jahre wird nun schon an dem Schiff gearbeitet, die Zahl der jeweils beschäftigten Handwerker variiert. Ein festes Team von sechs Leuten arbeitet an der Eichenkonstruktion des Rumpfes, nach Bedarf unterstützt von Schmieden, Segelmachern, Anstreichern usw.

Das Eichenholz für die Konstruktion der Hermione kommt aus allen Gegenden Frankreichs. Speziell geformte Bäume, die den vorgesehenen Rundungen von Spanten und Kiel entsprechen, werden ausgesucht. In den Sommermonaten werden die Besucher von Schauspielern in Kostümen der damaligen Zeit betreut und informiert; das bringt Leben auf das Schiff und ist besonders für jüngere Besucher attraktiv.

Die Hermione wurde berühmt, weil das Schiff mit dem Marquis de La Fayette und seinen Soldaten nach Amerika segelte, als Frankreich damals noch auf der Suche nach neuen Ländereien war.

Zur Zeit wird eine besonders attraktive Arbeit an der Hermione ausgeführt: das Heck des Schiffes wird bemalt und die Königslilien werden mit Blattgold vergoldet. Ganz sicher werden wir später noch einmal dorthin fahren, diese Erfahrung war einfach faszinierend.


Judi Humphrey and "T" Brookman (Saint Vivien), Übersetzung: Christian Büttner/Elke Schwichtenberg