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Bruno Albert aus Soulac

 

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Bruno Albert

"Bruno Albert, der ehemalige Bürgermeister von Montlieu-la-Garde, liebt das Médoc. Vielleicht ist dies auch ganz einfach der Grund dafür, dass er so treffend darüber spricht. Ein wenig zerrissen möglicherweise, oder eher Gironde-verbunden ? Von Ambarès bis ins südliche Saintonge, und von Cussac bis Soulac wo die Gläubigen ihn zumindest einmal an der Orgel der Basilika Notre-Dame-de-la-Fin-des-Terres gehört haben. Dort verjagt er mit Händen und Füßen seine Migräne, wenn er nicht gerade ein gutes Glas Médocwein aus Bégadan in Reichweite hat. " (Auszug aus einem Artikel des Journal du Sud Ouest)

Bruno Albert wohnt in unserem Nachbarhaus. Und immer wenn ich zum Parkplatz gehe, grüßt er freundlich. Mit unserem Französisch ist es leider schlecht bestellt. Aber Ostersonntag hat er uns in die Basilika von SOULAC eingeladen. Bei dieser Ostermesse war sie bis auf den letzten Platz gefüllt. Bruno Albert spielte eine wunderbare Orgel und die Gläubigen sangen kräftig mit.

Bruno Albert "Sein Roman « Ein Abendessen im Médoc » wurde 2014 mit dem Estèphe-Preis ausgezeichnet und spielt zu Ende der Weinernte im September 1849, kurz vor Beginn des Zweiten Kaiserreichs : Eine Familiensaga in den Weinfeldern des Bordelais als Huldigung der Geschichte des Landes und seiner Menschen. Ein wahres Liebeswerk für denjenigen, der das Médoc liebt, und deswegen erzählt Bruno Albert wohl auch so fesselnd... Das Médoc ist ein Land für sich. Bruno Albert hat sich selbst, seiner Frau und seinen vier Töchtern ganz selbstverständlich die Medoc-Nationalität zugewiesen, was zwar nicht unbedingt rechtens ist, aber dafür umso ausdrucksstärker. Von der Seele her zieht es Bruno Albert stets vom einen zum andern Ufer der Gironde und das ist nicht gerade einfach. Vielleicht erklären sich daraus seine Migräneanfälle, denen er unter den Kuppeln der Basilika oder bei einem guten Glas Bégadanwein den Garaus macht. Und die Geschichte ? Für ihn als ehemaligen Attaché des Verteidigungsministeriums handelt es sich um « eine Aufreihung von Arrangements im Nachhinein». Ganz wie bei einem Küchenrezept. Man gibt das Rezept weiter und jeder macht daraus, was er will. Oder wie bei der gekonnten Assemblage von Rebsorten, die von Jahr zu Jahr nie wirklich gleich bleibt." (Auszug aus einem Artikel des Journal du Sud Ouest)

Nach der Messe waren wir mit einer Flasche Bordeaux bei ihm und seiner Frau und die Kommunikation ging besser als gedacht, sie sprachen beide auch englisch und er sogar deutsch, da er einige Zeit in Deutschland gelebt hat.

Walter Goldbecker (Soulac), Übersetzungen: Déa L'Hoðst

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